Rezension

Enno Bunger

Flüssiges Glück


Highlights: Neonlicht // Hamburg // Klumpen
Genre: Pop // Deep-house // Bar-Piano
Sounds Like: Marcus Wiebusch // Editors // Ben Folds

VÖ: 09.10.2015

Enno Bunger hat sich auf „Flüssiges Glück“ freigeschwommen, den Trennungsschmerz des Vorgänger-Albums zurückgelassen und sich zu neuen musikalischen Ufern aufgemacht. Erstmals ohne Band, experimentiert Bunger mit Electronica und Deep-House-Elementen, ohne dabei seine Stärke am Klavier zu vernachlässigen.

Die Vorab-Single „Neonlicht“ beschreibt diese Neuorientierung des Sounds sehr treffend. Das Klavier nur zu erahnen, mündet die Strophe in einen groovenden Dance-Refrain, der eine durchgefeierte Nacht nicht besser hätte in Szene setzen können. „Hamburg“ ist mit seiner zehnminütigen Spieldauer die wohl längste musikalische Liebeserklärung an die Hansestadt und setzt mit seinen sich auftürmenden und wabernden Klangfarben den ersten Höhepunkt der Platte und wohl das plakativste Beispiel für die musikalische Neuausrichtung. „Zwei Streifen“ wird dann wieder vom organisch-klingenden Bandsound getragen und besingt herzerweichend das Warten auf die Streifen des Schwangerschaftstests. Mit „Wo Bleiben Die Beschwerden“ wettert Enno Bunger gegen Pegida, Fremdenhass und das vermeintliche Wegschauen der Gesellschaft.

Den Schlussakkord bildet das vom Klavier getragene „Klumpen“, welches das verdiente Ausrufezeichen hinter diese dritte Veröffentlichung setzt. Produziert wurde zum wiederholten Male von Tobias Siebert, der u.a. schon Marcus Wiebusch auf dessen musikalischer Neuorientierung zu einem tiefbassigen Sound verholfen hat.

Enno Bunger ist mit „Flüssiges Glück“ eine spannende Weiterentwicklung seines künstlerischen Schaffens geglückt, ohne dabei seinen bisherigen Output zu vernachlässigen. Solang die Elektro-Einflüsse das Klavier nicht komplett verschlingen und Bunger weiterhin auf diesem Niveau komponiert und textet, kann soviel nicht schiefgehen.

Sönke Holsten

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