Rezension

Do Make Say Think

Other Truths


Highlights: Do Make Say Think
Genre: Postrock
Sounds Like: Ef // SDMNT // Mogwai

VÖ: 16.10.2009

Hallo Leser! Wie machst du das eigentlich so? Bei uns auf die Seite klicken, erst einmal nach Bands Ausschau halten, die man kennt, die Rezensionen dazu lesen und dann ein wenig stöbern? Ja? Gut, so habe ich auch mal angefangen. Dann immer mal so ein bisschen durchgeklickt - Bewertungen, Genres, Referenzen. Wenn es dann passt, schauen, ob der Text etwas hergibt, was anregt. Der nächste Weg ist dann wohl Myspace.

Das ist alles schön und toll und es sollte jedem Rezensenten als größte Aufgabe gelten, dem Leser (also DIR!) möglichst anschaulich zu erzählen, warum die vorliegende Platte gerade Album des Jahres oder größter Fehlgriff der Geschichte ist. Manchmal klappt das ganz gut, es geht leicht von der Hand, manchmal nicht so und das ist dann ein ganz schöner Kampf, meistens bis fünf Minuten nach Ende der Abgabefrist. Und dann gibt es da noch Postrock.

Postrock entzieht sich deshalb oft dem normalen Schreiben einer Rezension, weil es in diesem Bereich nicht mehr viel gibt, worüber man schreiben kann. Postrock lebt von Wiederholungen, Ausuferungen, Auf- und Abbau. Das alles meistens im 10+ Minutenbereich. Das kann bisweilen über- oder unterfordern, oftmals leider ein Mix aus beidem. Texte findet man meistens auch beim rückwärts Abspielen nicht und wenn sich dann doch mal ein Postrocksänger an Lyrics wagt, sind diese entweder kryptisch oder durch die grauenhafte Stimme des Vortragenden sowieso egal.

Leider ist auch über dieses Ausufern, Wabern, Einbrechen, brachiale Wände Aufbauen schon so viel geschrieben, dass es schwerfällt, dem noch neue Formulierungen oder Interpretationen hinzuzufügen. Da hilft es oftmals nur noch, sich Geschichten einfallen zu lassen, die mit der Musik nicht viel gemein haben, aber dennoch blumig dem Leser ein wohliges (oder auch nicht) Gefühl vermitteln.

So viel als (sehr lange) Einleitung und nun folgt die relativ kurze Rezension dazu. Do Make Say Think, das muss man wohl leider sagen, sind wie fast alle Postrockbands live besser als aus der heimischen Anlage. Sie spielen sehr gitarrenlastig, vergleichbar mit Mogwai in nicht ganz so laut, EF oder Long Distance Calling. Vier Songs in vierzig Minuten, teilweise mit Gesang unterlegt, wobei unterlegt hierbei wörtlich zu nehmen ist. Als Fazit eine gute, aber leider kurzweilige Platte ohne bemerkenswerte Ausrisse ins Positive oder Negative. Um mal eine Assoziation zu bemühen: Die Platte ist wie der Herbst. Man weiß nie, was man anziehen soll, es ist immer entweder zu warm oder zu kalt. Do Make Say Think stehen immer irgendwo dazwischen.

Klaus Porst

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