Rezension

DMA's

For Now


Highlights: Dawning // The End // Break Me
Genre: Britpop
Sounds Like: Oasis // The La's // The Last Shadow Puppets

VÖ: 27.04.2018

2015 waren DMA's noch ein Geheimtipp für Leute, die gerne EPs kaufen und schon mittags vor Festivalbühnen stehen. Mittlerweile hat sich (nicht zuletzt dank des großartigen Debütalbums) herumgesprochen, dass die Australier aktuell die heißesten Anwärter auf den Britpop-Thron sind. Diese Ambitionen unterstreichen sie mit "For Now" noch einmal deutlich.

DMA's machen aber nicht einfach so weiter wie bisher, obwohl sie das sicher sehr gut und erfolgreich hätten tun können. Zu den entspannten Songs, die man von "Hills End" kennt, kommen jetzt auch ein paar ungewohnte Elemente. Das macht schon der Opener "For Now" klar, der überraschend kraftvoll daherkommt. "The End" wirkt dafür mit seinen Synthies ungewohnt düster und sphärisch. Aber man muss keine Angst haben, dass DMA's klammheimlich einen Genrewechsel vorbereiten. Die meisten der zwölf neuen Songs bieten genau das, was man von ihnen erwartet: entspannten Britpop, dem Tommy O'Dell mit seiner gefühlvollen Stimme genau die richtige Portion Melancholie verleiht, und der sowohl im Club als auch auf der Bühne beim Akustikset funktioniert.

So ist "For Now" bei aller Innovation aber immer genau dann am besten, wenn es die alten Stärken nutzt. "Warsaw" und die Vorabsingle "Dawning" hätten auch auf dem Debüt gut Platz gefunden und gehören zweifelsohne zu den Highlights der neuen Platte. Klar, der Flirt mit den Synthies hat seinen Charme und beides zusammen gibt eine interessante Mischung ab, aber irgendwie zünden die einzelnen Songs (und leider auch die Platte als Ganzes) nicht ganz so sehr wie auf dem Debüt. Vielleicht müssen die Australier noch ein wenig am Mischungsverhältnis arbeiten, aber die richtigen Zutaten für die Errichtung einer neuen Britpopmonarchie haben sie auf jeden Fall gefunden.

Lisa Dücker

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