Rezension

Django Django

Django Django


Highlights: Default // Firewater // WOR // Life's a Beach
Genre: Art Pop
Sounds Like: Beach Boys // Local Natives // Hot Chip // Yeasayer

VÖ: 27.04.2012

Wenn Nachahmung die aufrichtigste Form von Anerkennung ist, müssten sich durch „Django Django“ eigentlich gleich mehrere Generationen von Bands unheimlich geehrt fühlen. Denn die vier Schotten, die dieses übersprudelnde Debüt zu verantworten haben, bedienen sich darauf an dem so reichen Buffet der Musikgeschichte, indem sie völlig arglos Psychedelic Rock, 80er-Synthie-Pop, Surfmusik, traditionellen Folk und Krautrock mit modernen Elektrosounds und vertrackten, zum Teil afrikanisch angehauchten Rhythmen in einen Topf werfen und fast 50 Minuten mit dem Mixer bearbeiten.

Auf dem Papier mag das alles vielleicht ein wenig überladen und allzu ambitioniert anmuten, aus den Boxen tönt es letztlich jedoch allem Patchwork und Pastiche zum Trotz erstaunlich rund und originell. So schlängelt sich das Quartett schwungvoll und elegant, wie Tarzan durch den Dschungel, von einer extrem verspielten, aufgekratzten Songperle zur nächsten und verleitet dabei durch seinen unfehlbaren Groove und meist zweistimmigen Gesang unweigerlich zum lustvollen Mitwippen und -singen.

Besonders viel Spaß macht dabei neben der herrlich aufgeweckten Vorab-Single „Default“ vor allem die hypnotische Hippie-Hymne „Firewater“, die einen schon innerhalb der ersten Takte mit ihrer unwiderstehlichen Bassline lässig um den Finger wickelt und auf den letzten Metern schließlich in völlig unwirkliche Sphären abhebt. Und dann ist da natürlich noch „WOR“, ein von heulenden Sirenen angespornter Wahnsinnsritt durch den Wilden Westen, bei dem man ehrfürchtig staunt, wie sattelfest die Schotten doch sind, und sich sehnlichst wünscht, mal eben Quentin Tarantino anrufen zu können, um ihm mitzuteilen, soeben den perfekten Titelsong für „Django Unchained“ gefunden zu haben.

Paulina Banaszek

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