Rezension

Django Django

Born Under Saturn


Highlights: Shake And Tremble // Shot Down // High Moon // Vibrations
Genre: Psychedelic Rock/Pop
Sounds Like: Temples // Tame Impala // Foxygen // Alt-J

VÖ: 01.05.2015

Als Django Django vor ziemlich genau drei Jahren mit ihrem Debüt um die Ecke kamen, konnten sie aus dem Stand Kritiker begeistern und Fans gewinnen. Völlig entspannter psychedelischer Poprock, gemischt mit seichtem Gesang und viel Eingängigkeit hieß das Rezept, mit dem sie Erfolg hatten. Der Bezug zu den Sixties und 1970er ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal, auch Bands wie Temples oder Tame Impala fahren diese Schiene.

Drei Jahre später nun also „Born Under Saturn“ und auf den ersten, groben Blick hat sich absolut nichts geändert. Hängt man die 13 neuen Stücke an die 13 alten, verdoppelt sich gefühlt erst einmal nur die Spielzeit des völlig entspannten psychdelischen Poprocks mit seichtem Gesang und viel Eingängigkeit. Auf den zweiten Blick offenbart sich, was marginal anders und doch so wichtig im Sound der Schotten ist. Sie bleiben nämlich nicht in der Zeit stehen und kopieren völlig stumpf den Sound und den Vibe der damaligen Zeit, sondern entwickeln ihn weiter. „Shoot Down“ und „High Moon“ etwa kommen mit Sythnieflächen und metallischen Drums daher und finden so den Weg in den Indietronic. „First Light“ nutzt die elektronischen Elemente sogar dafür, ein respektabler Tanzflächenhit mit überraschendem Outro zu werden. „Shake And Tremble“ ordnet sich bei den Black Keys ein, „Vibrations“ samt Hüpfbeat bei Vampire Weekend und „Reflections“ hat ein völlig unterschätztes Bläsersolo als Bridge.

Es passiert also viel Drumherum auf „Born Under Saturn“, wodurch Django Django spannend bleiben. Viele Bands des Genres kranken ja daran, wie eine aus der Zeit gefallene Kopie zu wirken, während es das Quartett schafft, das Fenster zu neuen Sounds aufzureißen und frischen Wind in den seit Jahrzehnten gleichen Psychedelic-Rock zu bringen. Heraus kommt genau das entspannte, zeitgemäße Sommeralbum, was dieses Jahr gebraucht hat.

Klaus Porst

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"Reflections"
"First Light"

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