Rezension

Disclosure

Caracal


Highlights: Magnets // Willing & Able // Holding On
Genre: Dance-Pop // Indie // Elektro // R'n'B // House
Sounds Like: Kele Okereke // Caribou // SBTRKT // Jamie XX // Kiesza

VÖ: 25.09.2015

Ihr Debüt „Settle“ brachte dem Duo Disclosure vor zwei Jahren den absoluten Durchbruch. Weit über ein Jahr hielt sich das Album in den britischen Charts, nahm Spitzenpositionen ein und verkaufte sich mehrere hunderttausend Mal. Nach so einer Vorlage ist es natürlich spannend, wie es weitergeht – setzt man neue Akzente, bleibt man dem Stil treu, gibt es einen trüben Aufguss? „Caracal“ beantwortet all diese Punkte nicht eindeutig, es ist eher ein bisschen von allem.

Disclosure, so scheint es, sind auf dem Weg, die Chemical Brothers des Indiedancepop zu werden, zu nahezu jedem der elf neuen Stücke hat sich ein prominenter Gast für die Vocals eingefunden, so geben sich zum Beispiel The Weeknd, Lorde, Kwabs, Gregory Porter oder erneut Sam Smith die Ehre. Stilistisch bewegt sich die Band etwas weg von den Dubstepanfängen der Band in Richtung Pop, R’n’B und House. Viele der Stücke sind radiotauglich, was auch sechs Vorabsingles beweisen. „Omen“ etwa, mit eben jenem Sam Smith, folgt dem Weg der bestmöglichen Radioverwertung. Eingängiger Rhythmus, knapp unter vier Minuten, bekannter Gastsänger. Gleiches gilt für „Magnets“ mit Lorde. Pop zwar, jedoch von der angenehmen Sorte.

Erneut versuchen sich Disclosure jedoch auch am Spagat zwischen Massentauglichkeit und ernstzunehmenden Sounds fürs Indiepublikum. „Holding On“ und „Hourglass“ werden sicherlich nicht die Masse ansprechen, wie „Omen“, passen allerdings ideal zu Festivals wie dem Melt. „Willing & Able“ ist ein schöner Song zum Runterkommen, für den Tag nach der Nacht. Schade jedoch, dass der hintere Teil des Albums zu stark auf Midtempo-Dancenummern setzt. „Good Intentions“ und „Echoes“ sind zwar nicht schlecht, aber wer nochmal auf einen Kracher wie „When A Fire Starts To Burn“ wartete, wartet vergeblich. So ist „Caracal“ zwar ein gutes Zweitwerk mit einer Vielzahl mittelmäßiger bis ganz guter Stücke, aber eben auch ohne wirkliches Highlight.

Klaus Porst

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"Jaded"

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