Rezension

Die Fantastischen Vier

VIEL


Highlights: Troy // Sommerregen
Genre: HipHop
Sounds Like: Freundeskreis // Fettes Brot // Beginner // Jazzkantine // Blumentopf

VÖ: 27.09.2004

Lange 5 Jahre musste man auf das Comeback der Väter des deutschen Sprechgesangs warten. Man durfte viel erwarten, denn nach eigener Aussage braucht ein gutes Album auch viel Zeit. Enttäucht wurde man gleich am Anfang nicht, denn die Vier zeigen dem Türsteher vor der Disko, nachdem dieser die Schwaben nicht erkennt, gleich mit "Bring it back", wen er da vor sich stehen hat. Und bei diesem Song findet man auch den heiß erwarteten Gastauftritt der Schwester S., Sabrina Setlur. Hier merkt man zum ersten Mal, dass die Fantas mittlerweile noch weiter gereift sind und sich gerne selbst auf´s Korn nehmen. Weiter geht es mit dem poppigen und lustigen "Geboren", gefolgt vom zum Nachdenken anregenden "Jede Generation". Auch das auf der "Live in Stuttgart" Platte noch relativ langweilige "Pipis und Popos" klingt hier wesentlich ausgefüllter. Smudo`s unwiederstehlichen Style kann man in "Leben zu zweit" bewundern, wodrauf Thomas D. dem wohl schönsten Lied auf der Platte,"Sommerregen", seine Stimme leiht. "Ewig" scheint im ersten Moment etwas unsynchron zu klingen, und somit der erste Schwachpunkt auf der Platte überhaupt zu sein. Man denkt sich nichts dabei, denn wenn man das Lied "Keine Lösung", welches von Reggeabeats untermalt wird hört, muss man gleich wieder schmunzeln. "Hey" erinnert an die Beginner, da der Text aber, wie bei fast allen Fanta Liedern, einmalig gut ist, ist auch das nicht der Rede wert. Die Trilogy von Thomas D. bestehend aus "Krieger", "Millionen Legionen" und "Mein Schwert" findet mit letzterem einen würdigen Abschluss. Spass ist wieder bei "Ruf die Polizei" angesagt, ehe die Hitsingel "Troy" das Album abschließt. Nicht ganz, eine letzte Portion gehörige Selbstironie beim Outro "Viel" lässt das Album ausklingen. Im Großen und Ganzen wieder ein klasse Longplayer der Vier, der mit Sicherheit, aufgrund der sehr verschiedenen Beats, gewöhnungsbedürftig ist, jedoch nie an Qualität abnimmt, sondern nach mehrmaligem Hören nur noch zu. Dies liegt letzendlich wieder an den genialen Texten, mit denen die Mannen Smudo, Thomas D., Michi Beck und Andy Y immer wieder zu 100% den Nagel auf den Kopf treffen.

Stefan Vanwersch

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