Rezension

Delta Spirit

Ode To Sunshine


Highlights: People C'mon // Trashcan // Children // People Turn Around
Genre: Blues-/Folk-Rock
Sounds Like: Two Gallants // Neil Young // Bright Eyes

VÖ: 05.06.2009

Eine Ode an die Sonne soll dieses Album sein, glaubt man den Herren von Delta Spirit. Wenn wir frei interpretieren und dazu die zugehörige Musik zu Hilfe nehmen, dann ist das Album, das als Lobgesang auf die große, Leben schenkende Freundin verpackt ist, vor allem ein Soundtrack zu der Stunde, an dem sie sich, in ein orangefarbenes Licht getaucht, für einige Stunden von der Bildfläche verabschiedet und einen melancholisch-schönen Horizont hinterlässt. Ja, der Alternative Country, der hier geboten wird, klingt nach Staub, Hitze, Spätsommernachmittag und Bier mit Freunden. Auf einem Festival wäre also klar, wo Delta Spirit am besten zu platzieren sind: genau dort, wo sich der Tag dem Abend hingibt und auf große Momente vorbereitet.

Die großen Momente bietet „Ode To Sunshine“ auch zu Genüge. Zwischen Wilco, Neil Young, den Violent Femmes und Two Gallants balancieren Songs wie das hymnische „People C’mon“, das vielleicht am besten den Beweis antritt, dass Matt Vasquez' Gesang von dem Janis Joplins stark beeinflusst ist. Hysterie und Melodie im Einklang. Doch das Album wäre nicht so ein starkes, gäbe es nicht auch die Downtempo-Nummern, die sich sanft in die staubverschmierten Arme des Hörers werfen und dort gar nicht mehr weggehen wollen. „People Turn Around“ hat, klischeehaft mit Mundharmonika unterstützt, den Charme eines frühen Dylan-Songs. Die „Rubber Soul“-Ästhetik der Beatles wird bereits im kurz geratenen Opener „Tomorrow Goes Away“ zitiert und breitet sich auch hauchdünn und schwer merklich über die gesamte Platte aus, die im späteren Verlauf auch in Grunge-Gefilde („Trashcan“) und Surfharmonien („Children“) ausbricht.

„Ode To Sunshine“ kann eine dieser Sommerplatten sein, die man später noch einmal hört und als Soundtrack bestimmten Momenten oder Personen zuordnet, die nicht mehr wiederkehren, die man lange nicht mehr gesehen hat. Oder, wie Bassist Jon Jameson sagt, „Ode To Sunshine“ klingt „nach Sonne, Saunas, Hunden und Freunden, nach Whiskey-Cola, heißen Tagen, Nächten voller Sterne, guten Büchern, Wanderungen, kurzen Hosen und Barbecues“.

Andreas Peters

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