Rezension

Black Rust

The Gangs Are Gone


Highlights: Back To Where I Started // Present Nothing Past Less // Rain/Roses
Genre: Pop
Sounds Like: Straylight Run // Travis // Keane // Embrace

VÖ: 15.04.2011

Wer ein Freund absolut blödsinniger Vergleiche ist, könnte sich am folgenden erfreuen: Wenn Black Rust ein Nahrungsmittel wären, wären sie so etwas wie eine Reiswaffel. Nicht, dass Reiswaffeln etwas Schlimmes wären – sie sind bekömmlich und stehen wohl bei niemandem auf der Liste der Pfui-Speisen. Nur: Gibt es irgendjemanden, der eine Schwäche für etwas hat, dem letztlich doch jede Form von Geschmack fehlt?

Natürlich – die Sorte von Radiopop, die Black Rust aus Ahlen spielen, wird prinzipiell eher nebenbei geknabbert als aufmerksam genossen: Melodien, die nicht unnötig im Ohr kleben bleiben, sondern schmeichelnd durch den Gehörgang flattern, keine unnötigen Molltöne und eine rutschglatte Produktion, für die sich immerhin Robin Proper-Sheppard von Sophia persönlich verantwortlich zeichnet. Man kann loben, dass auf den ganz großen, zuckrigen Pathos weitestgehend („Back To Where I Started“ mit seinem Keane-Klavier ist die Ausnahme) verzichtet wird – doch zu diesem hat man im Endeffekt wenigstens eine Meinung.

So kann man dieser mal mit Mundharmonika, mal Posaunen verfeinerten Mischung aus zarten Wohlfühlballaden wie „Broken Home“ und kraftvolleren Stücken wie „Rain/Roses“, aus Sommer- und Winterpop eigentlich nichts ankreiden – außer, dass man ihr nichts ankreiden kann. Leider die Folge: Wer von niemandem gehasst werden kann, wird im seltensten Fall wirklich geliebt. Nächstes Mal notfalls erst einmal die Reiswaffel mit Mettkonfitüre und Schokomayonnaise sein – aber nicht einfach nur die Reiswaffel.

Jan Martens

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