Rezension

Black Rust

Medicine & Metaphors


Highlights: Marlene
Genre: Folk-Rock/Pop
Sounds Like: Neil Young // Texas Lightning

VÖ: 30.01.2009

Eigentlich hätte man so vieles erwarten müssen von einer deutschen Band, deren Debüt schon nach kurzer Zeit vergriffen war und deren zweites Album von niemand geringerem als Sophia-Mastermind Robin Proper-Sheppard produziert und in London von Kenny Jones (Oasis, The Smiths, Billy Bragg) abgemischt wurde. Leider sind diese Informationen im Falle von Black Rust nur Randnotizen. "Medicine & Metaphors" bleibt eine Scheibe, die nur in ihren ganz ruhigen Momenten Spaß machen kann („Marlene“). Ansonsten wird Emotionalität aufgebauscht und künstlich erzwungen. Jedes Gefühl, das musikalisch hergestellt wird, findet an der Oberfläche statt, was gerade dann, wenn man mit der Platte mehr anstellen möchte, als sich bloß berieseln zu lassen, schnell entlarvt wird.

Es hätte so spannend sein können: mit rein akustischem Instrumentarium (Gitarren, Kontrabaß, Streicher,…) und den behaupteten Referenzen um Neil Young und die Singer-/Songwriter-Szene der 60er und 70er Jahre, sowie obengenannter Unterstützung hätte so einiges mehr herausgekitzelt werden können. Was im Endeffekt dasteht ist eine Platte, die vor Schmalz oft trieft und Emotionen fälscht.

Der unbedarfte Radio-Hörer dürfte Spaß an dieser Platte haben und ihr somit eine Daseinsberechtigung verpassen. Die musikalische Relevanz muss ihr an dieser Stelle allerdings abgesprochen werden. Die ohne Abstriche durch hervorragende Produktion glänzenden Songs sind stilsicher präsentiert und durchdacht arrangiert - keine Frage - doch im Punkt der Originalität trennt sich bekanntermaßen die Spreu vom Weizen und so bleibt eine technisch gelungene Platte, die selten mal den sicheren Pfad der Pop-Musik verlässt.

Andreas Peters

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.