Rezension

Birdpen

In The Company Of Imaginary Friends


Highlights: Into The Blacklight // No Place Like Drone // Alive
Genre: Pop
Sounds Like: Archive // Depeche Mode // Aaron // Ez3kiel

VÖ: 08.05.2015

Obwohl Dave Pen eigentlich als Mitglied von Archive alle Hände voll zu tun haben müsste – schließlich veröffentlichen diese in regelmäßigen, kurzen Abständen neues Material und sind auch ständig auf Tour –, schafft er es auch noch, sich BirdPen, seinem Nebenprojekt mit den Musikern Mike Bird und James Livingstone Seagull, zu widmen. Deren drittes Album heißt „In The Company Of Imaginary Friends“ und wurde mit Hilfe der Plattform Pledgemusic finanziert.

Da Pen mittlerweile so etwas wie der männliche Leadsänger des Kollektivs Archive ist und auch BirdPen auf größtenteils elektronisch erzeugte Instrumentallandschaften setzt, drängt sich die Ähnlichkeit der beiden Bands natürlich auf. Dennoch ist BirdPen in gewisser Weise anders, vielleicht am ehesten zu vergleichen mit der Rolle Steven Wilsons bei Porcupine Tree. Hier die Band für das Progressive, für die komplexen Gebilde, dort hat Wilson Blackfield und zu gewissen Teilen seine Soloalben, in denen es deutlich poppiger und ruhiger zugeht. So ist es auch bei BirdPen: die Epen, die zwiebelhaft Schicht für Schicht zu Tage tretenden Gebilde, sind nicht das, was „In The Company Of Imaginary Friends“ bietet. Vielmehr ein Soloalbum persönlicher, schön anzuhörender Popsongs, dessen Zentrum die Stimme Pens und deren Interaktion mit der Musik ist, während bei Archive manchmal Ewigkeiten lang die Gitarren- und Keyboardflächen mäandern.

Natürlich zeigt BirdPen noch etwas, nämlich wie Archive ohne Sängerin klingen würden. Nimmt man „In The Company Of Imaginary Friends” als Ganzes oder die Highlights, wie “Into The Blacklight”, “No Place Like Drone” und das nach den frühen The Cure klingende „Alive“ als Maßstab, würde es Archive fast reichen, Pens Stimmgewalt allein in Szene zu setzen. Insgesamt ist dieses Album somit mehr als nur ein Lückfüller der kurzen Pausen zwischen zwei Veröffentlichungen der Hauptband, sondern kann sich sogar gleichwertig in die Diskografie einreihen.

Klaus Porst

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"Lifeline"

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