Rezension

Beatsteaks

Smack Smash


Highlights: Hello Joe // I Don´t Care As Long As You Sing
Genre: Punk'n'Roll
Sounds Like: The Clash // Social Distortion

VÖ: 01.03.2004

Die Beatsteaks. Hachja, wenn man ehrlich ist waren die Jungs immer der kleine Bruder zu den großen deutschen Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen und Rammstein. In Szenekreisen zweifellos hochbejubelt und schon etwas mehr als der Geheimtipp, aber über den Tellerrand hinausgeschaut haben sie nie. Das kann, nein, das wird sich jetzt ändern! Hier kommt nämlich das beste deutsche Punkrockalbum des Jahres! Oder sollte man Rock ´n Roll Album sagen, oder Reggae Album? Ja, die Beatsteaks haben sich extrem weiterentwickelt. Was auf "Living targets" schon ansatzweise zu erkennen war, wird auf "Smack Smash" konsequent umgesetzt.

Dass die Beatsteaks schon immer eine der besten Live- Kapellen waren, wurde endlich entsprechend gewürdigt und die Aufnahmen kurzerhand fast komplett live eingespielt. Der ungeschliffene Sound rockt um einiges deftiger, zu hören gleich beim Opener "Big Attack". Ein rotzender Riffrocker mit Abgehqualitätssiegel. Gleiches gilt für das nachfolgende "Vision". "Ain´t complaining" kommt dann etwas nachdenklicher daher, weiß aber durch einen sauberen Mitgröhlrefrain zu überzeugen. Die Ehrerbietung an Joe Strummer mit "Hello Joe" hätte dessen Band The Clash auch nicht besser hinbekommen. Die erste Single "Hand in hand", eine Symbiose aus bouncendem Up and Down und trockenem Punk. Mit "Monster" folgt der einzige Song, der etwas unter dem Niveau des restlichen Albums liegt. Über das Ramones ähnliche "Everything" und dem Überreggaesong "I´don´t care as long as you sing" schwingt man sich aber zu neuen Höhen auf. Wenn sich dann Gitarrist Bernd noch die Hasskappe aufsetzt und sich bei "Loyal to none" aber mal so richtig auskotzt, ist der Rock´ n Roll Tag gerettet.

Während die restlichen Kollegen in Deutschland schon seit Jahren schwächeln, geht es mit den Beatsteaks ganz steil bergauf. Gerade jetzt, wo deutsche Pop- Rock Bands aus dem Boden spriesen wie Pilze, eine wahre Wohltat. Bleibt zu hoffen, dass die neue große Berliner Band nicht satt wird und uns weiter so angenehm überrascht wie hiermit.

Benjamin Köhler

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