Rezension
Antony & The Johnsons
The Crying Light
Highlights: One Dove // Kiss My Name // Dust And Water
Genre: Singer/Songwriter
Sounds Like: Rufus Wainwright // Jeff Buckley // Scott Walker
VÖ: 16.01.2009
10. Oktober 2008: Redakteur Weinreich erfreut sich an der großartigen „Another World“-EP, nennt Antony in einem Hauch mit Scott Walker und Jeff Buckley und fragt sich dennoch, ob es überhaupt möglich ist, ein Meisterwerk wie „I Am A Bird Now“ zu übertreffen. Da Weinreichs Vorname weder Abraham noch Mose ist und er auch sonst keine großen Erfolge als Prophet vorzuweisen hat, bittet er um Geduld für die Beantwortung der Frage...
16. Januar 2009: Nach unzähligen schlaflosen Nächten fasst Weinreich einen Entschluss, der ihn möglicherweise seinen Job kosten könnte - er verweigert die Aussage, was mit einem gleich gut/ genial/ unglaublich übersetzt werden könnte.
Es kommt nicht wirklich überraschend. „The Crying Light“ ist das dritte Meisterwerk in Folge. Es scheint wirklich alles zu Gold zu werden, was Antony Hegarty anfasst, ganz gleich, ob flotte Diskonummern oder herzzereißende Balladen. Verziehen sei ihm an dieser Stelle die Kollaboration mit Herbert Grönemeyer, schließlich sind die Texte dafür umso mehr auf der Höhe der Zeit. Eindrucksvollster Beweis ist Opener „Her Eyes Are Underneath The Ground“: In the garden, with my mother/ I stole a flower/ With my mother, in her power/ I stole a flower. Wie schon bei Vorabsingle „Another World“ dreht es sich um Mutter Natur, ihre Einzigartigkeit und die Verantwortung der Menschen. Das Wall-E der Independent-Musik-Szene.
Zwar bleiben rockige Aubrüche dem Hörer nach wie vor auf Studioalben verwährt, doch trotzdem hat sich musikalisch einiges verändert. Die Instrumentisierung ist detailreicher geworden. Im Pressetext ist von einer bildlichen Umarmung zwischen Antony und den Tönen die Rede - dem kann ich nur zustimmen. Dies gilt für alle zehn Stücke, speziell für das grandiose „One Dove“, dem – da lehne ich micht bewusst weit aus dem Fenster - bisher besten Stück aus Antonys Feder. Positiv heben sich außerdem das zugängige „Kiss My Name“ und das mysteriöse „Dust And Water“ ab, das jedes dramtische Filmende noch zehnmal so traurig wirken lassen könnte. Habe ich in Absatz #3 nicht von herzzereißende Balladen gesprochen? Ich korrigiere mich und schließe mich folgendem Zitat (unbekannte Konzertkritik) an: This isn't heart breaking; it's heart waking! Wer das orchestrale Ende von „Everglade“ gehört hat, wird mir zustimmen.
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