Rezension

Antony & The Johnsons

Another World EP


Highlights: Another World // Shake That Devil
Genre: Singer/Songwriter
Sounds Like: Rufus Wainwright // Jeff Buckley // Scott Walker

VÖ: 10.10.2008

Vor etwa 3 ½ Jahren hätte der erste Absatz einer Antony-Rezension inhaltlich im Großen und Ganzen autobiografischem gedient - heute ist das nicht mehr von Nöten: Antony Hegarty ist berühmt, mehrfach ausgezeichnet und hat mit „I Am A Bird Now“ eines der bedeutesten Werke unseres Jahrzehnts aufgenommen. Ein Meisterwerk, das ein nahezu ebenbürtiges schon 1998 veröffentlichtes Debüt in Vergessenheit geraten lässt und auch nicht mehr getoppt werden kann? Im Januar, wenn „The Crying Light“ endlich in den Läden steht, werden wir alle schlauer sein. Einen zarten Vorgeschmack bietet bis dahin die vierte EP des Wahl-New-Yorkers, auf der Antony samt Band neben dem Titelstück „Another World“ vier weitere Lieder zum Besten geben.

“I need another place / Will there be peace? / I need another world / This one's nearly gone / Still have too many dreams / Never seen the light / I need another world / A place where I can go / I'm gonna miss the sea / I'm gonna miss the snow / I'm gonna miss the bees / I'll miss the things that grow / I'm gonna miss the trees / I'm gonna miss the sound / I'll miss the animals / I'm gonna miss you all“

Schon nach den ersten Zeilen kann man getrost feststellen, dass sich lyrisch nach wie vor alles auf oberstem Niveau abspielt. Es ist nicht nur was, es ist vor allem wie Antony es vorträgt - von der grandiosen musikalischen Untermalung mal ganz abgesehen. Nicht vielen Musikern kommt die Ehre zu dank ihrer einzigartigen Stimme in einem Hauch mit Größen wie Jeff Buckley und Scott Walker genannt zu werden: verdient hat er es allemal.

Mit „Crackagen“, „Sing For Me“ und „Hope Mountain“ befinden sich drei weitere Balladen auf der etwa 19-minütigen EP, die dem Titelstück allesamt in kaum etwas nachstehen. Vor allem zweitere sollte positiv hervorgehoben werden. Der Grund dafür, warum sie trotzdem nicht bei den Highlights auftaucht, ist das jazz-bluesige „Shake That Devil“. Eine interessante Weiterentwicklung, die der Band keinesfalls schlecht zu Gesicht steht. Inwieweit sie sinnbildlich für das dritte Studioalbum steht, wird sich zeigen.

Paul Weinreich

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