Rezension
Anna Ternheim
The Night Visitor
Highlights: Ghost Of A Man // Bow Your Head // The Longer The Waiting (The Sweeter The Kiss)
Genre: Singer/Songwriter // Jazz // Folk
Sounds Like: Bonnie 'Prince' Billy // Ane Brun // Fiona Apple
VÖ: 28.10.2011
Man nehme eine gemütliche Decke, eine Tasse Tee und ein offenes Kaminfeuer. Fertig ist das Survival-Kit für die kalten Tage im Herbst. Was natürlich jetzt noch fehlt, ist die passende Musik. Hierfür prädestiniert wäre zum Beispiel ”The Night Visitor“, das neue Album von Anna Ternheim. Eingängige Melodien, spärliche Instrumentierungen und viel Raum für Ruhe und Besinnung sind die wohl schlagkräftigsten Argumente für die Wahl dieser Platte. Aber zunächst einmal der Reihe nach.
Aufgenommen wurde das mittlerweile fünfte Studioalbum der schwedischen Sängerin nicht etwa im kalten, heimischen Norden, sondern vielmehr in der Musikstadt schlechthin: Nashville, Tennesse. Und um vorzubeugen, dass sich die Dame aus Stockholm in der „Music City USA“ verirren könnte, wichen die beiden Country-Legenden Will Oldham alias Bonnie Prince Billy, und Matt Sweeney (Cat Power, Bonnie Prince Billy) nicht von ihrer Seite. Letzterer schien sich wohl bei Ternheims Vorgängeralbum “Leaving On A Mayday“ bewährt zu haben, weshalb er nun auch dieses Mal wieder das Album mit seinem Gitarrenspiel bereichern durfte. Wäre einem diese Kollaboration im Vorfeld des Hörens unbekannt gewesen, wird es spätestens beim Anhören des Albums ein Leichtes, eins und eins zusammen zu zählen. Songs wie "Solitary Move" oder "Bow Your Head" klingen teilweise zu eindeutig nach Bonnie Prince Billy, um dies letztendlich dementieren zu können. Doch Anna Ternheim lässt sich das Zepter dann doch nicht ganz aus der Hand nehmen und setzt den anderen der insgesamt zwölf Songs vermehrt ihren eigenen Stempel auf. Geschmückt ist ihr Stempel dieses Mal mit besagter spärlicher Instrumentierung aus Gitarre, Perkussion und Streichern. Ihre Lyrics kreisen dabei wie so oft um Themen wie Einsamkeit, Aufbruch, Leben und Tod, umrahmt von gewohnt melancholischen Stimmungen.
All dies sorgt letztendlich dafür, dass sich das Album bestens für angesprochene kalte Herbsttage eignet, auch wenn sich am Ende die Parallelen zu einem herbstlichen Kaminfeuer nicht ganz ignorieren lassen. Mag heißen, dass “The Night Visitor“ zu Beginn schön knistert und einem beim Hören ein Gefühl von Geborgenheit gibt, mit der Zeit dann aber in Eintönigkeit und Monotonie abflaut und am Ende leider fast ganz erlischt.
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