Rezension
31Knots
Trump Harm
Highlights: A Lot Can Tell // Stand Up // Get Gone
Genre: Indie // Art-Rock
Sounds Like: Les Savy Fav // Pixies // Modest Mouse // Dianogah
VÖ: 06.05.2011
In zumindest einer Kategorie können die 31Knots für 2011 schon mal Titelhoffnungen hegen: Beschissenstes Albumcover des Jahres. Was soll das? Musste es ganz schnell gehen und die Band warf zehn Minuten, bevor „Trump Harm“ zur Pressung ging, noch mal eben Photoshop an? Sei's drum, ist das Cover eben potthäßlich – den Spruch vom Buch und seinem Einband kennt jeder.
Direkt zum Einstieg meißeln 31Knots dann mit „An Onanist's Vacaction“ gleich in Stein, was von dem Trio aus Portland zu erwarten ist: Nämlich keinerlei Erwartungen zu beliefern. Der Gesang tanzt reihenweise auf Nasen herum, die Gitarren wechseln sekündlich die Farbe, nur der Bass hält hier alles zusammen. Verquer? Sicher. Anstrengend? Und wie. Doch scheint hier schon durch, worauf 31Knots auf ihrem siebten Album den Scheinwerfer richten: Die Band dreht lieber mal im Studio an Knöpfchen statt im Proberaum an Verzerrern. Schon „Candles On Open Water“ unterstreicht das noch deutlicher: Gitarren werden taktweise ausgestöpselt und wieder in Amps gerammt, der Gesang verschwindet hinter Nebelwänden, der Song bricht mehrmals in sich zusammen. Schräg.
Zugleich gerät „Trump Harm“ zahmer als der famose, buntere Vorgänger „Worried Well“. So sehr, dass ein gewisser Schubser hier manchmal gut getan hätte. Denn die Experimentierwut am Mischpult ist die angezogene Handbremse dieser Karosse. Mehr Bauchgefühl, mehr Schwung, bitte! Exemplarisch: Das merkwürdig kaputte „Egg On My Face“, das ums Verrecken nicht aus sich gehen will. Gegen Ende des Albums geht’s bergauf, das psychedelische „Stand Up“ lässt sich lange zum Ausbruch bitten, knallt dann aber umso krudere Melodieläufe auf den Tisch. Und „Dark Control“ erwischt mit einem herrlich dämlichen Euro-Dance-Keyboard alle Indie-Kids mit heruntergelassenen Hosen.
Viel vertrackter als auf „Trump Harm“ waren 31Knots in ihrer Diskografie noch nicht. Einfacher machen sie's damit freilich niemandem. Ein Album, das selbst ganz offenherzige Musikfreunde vor eine ernstzunehmende Aufgabe stellt, indem es ganz bewusst mit Abschreckung durch Exzentrik arbeitet. So gesehen: super Albumcover!
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