Festival-Vorbericht

Open'er Festival 2009


Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Warum nicht einmal den Osten Europas erkunden? Und: Wie ginge dies besser, als es mit Musik zu verbinden, als mit einer Festivalreise? Der Trend, statt immer nur die gleichen großen deutschen Festivals a la Hurricane und Rock am Ring mitzunehmen auch mal ins Ausland zu fahren, ist ja seit Jahren am Wachsen. Allerdings beschränkt sich dies meist nur auf die größeren Festivals in Benelux oder Dänemark, allenfalls mal das Sziget. Warum also nicht mal in Polen vorbeischauen? Dort, genauer gesagt in der Nähe von Gdansk, findet seit 2003 das Heineken Open'er Festival statt. Dieses Festival ist in mehrerer Hinsicht interessant. Erstes Argument: Es ist wesentlich günstiger als vergleichbare "westliche" Festivals in der Größe. Mit knapp 80 Euro für einen 4-Tages-Pass ist man dabei und das bei dem Lineup! Es spielen nämlich nicht nur unbekannte polnische Bands dort, sondern durchaus die Größen der üblichen europäischen Festivals – dieses Jahr unter anderem The Prodigy, Kings Of Leon, Placebo, Moby oder Faith No More.

Interessant auch die Lage des Festivals. Wo schon in Deutschland das Highfield mit seiner Seenlage besticht, kann das Open'er damit aufwarten, ebenfalls an einer See zu liegen, nämlich der Ostsee. Da das Programm jeden Tag erst am frühen Abend beginnt, bleibt dem Besucher reichlich Zeit, auch mal außerhalb des Festivals etwas von der Landschaft und den Menschen kennenzulernen. Dabei mag es zwar sprachliche Barrieren geben, jedoch präsentiert sich das Open'er sehr international, so dass auch dies kein allzu großes Problem sein sollte. Apropos Programm: Nicht nur Bands präsentieren auf den Festivalbühnen ihr Können, sondern es werden auch Filme und Fashion auf extra Bühnen präsentiert. Wer es also immer noch nicht geschafft hat, sich Heima oder Berlin Calling anzuschauen, kann dies direkt auf dem Festival nachholen.

Das musikalische Programm beginnt bereits am Donnerstag, den 2.7. Bekannt an diesem Tage sind wohl vor allem die Arctic Monkeys und Basement Jaxx, welche die Hauptbühne bespielen werden. Alternativ kann man sich Peter, Bjorn And John oder Late Of The Pier, sowie mehrere unbekannte Bands geben. Am Freitag spielen auf der Hauptbühne unter anderem The Kooks, Gossip und Moby, während man die schwere Wahl hat, alternativ Hjaltalin, die Crystal Castles oder eben das Programm der vier anderen Bühnen zu begutachten. An jedem der vier Tage wird bis spät in die Nacht gespielt, vor allem die jeweiligen Elektro-Headliner der Hauptbühne dürften für einige Bewegung sorgen. Neben den bereits erwähnten Basement Jaxx und Moby sind es Samstag Pendulum und Sonntag Nacht The Prodigy, die einiges an Tanzvermögen abverlangen.

Ein Kontrastprogramm zur elektronischen Musik stellen Samstag die wiedervereinigten Faith No More dar, die schon auf ihren bisherigen Auftritten in diesem Festivalsommer zeigten, wie viel Energie noch in den "alten Herren" steckt. Sollte man als Besucher auf keinen Fall verpassen – ebenso wie Placebo und Kings Of Leon, die beide am Sonntag aufspielen werden. Neben so vielen bekannten großen Namen sollte man sich jedoch auch Zeit nehmen, die kleinen unbekannten Bands zu beachten, deren Entdeckung immer wieder für Überraschungen sorgen kann. Wir sind gespannt wie es wird – und werden berichten.

Weitere Informationen: www.opener.pl/en

Klaus Porst

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