Rezension

Why?

Moh Lhean


Highlights: This Ole King // One Mississippi // The Water
Genre: Indiepop // Arrangements
Sounds Like: Portugal. The Man // Eels // cLOUDDEAD // Son Lux

VÖ: 03.03.2017

Es ist nicht aufregend, es ist nicht überraschend und neu – aber es ist herzergreifend und wunderschön. „Moh Lhean“ ist vielschichtig, melodisch und regelrecht zufriedenstellend. Das heißt nicht, dass es einfach nur glatt ist und keine Ecken und Kanten hat – im Gegenteil. Allerdings scheinen die angenehm abgeschliffen zu sein, sodass man sich an ihnen nicht stoßen kann. Auch die Songs selbst fließen ineinander.

In „One Mississippi“ wird gepfiffen, einige Tracks werden in mehrere Teile gebrochen – der alte Teil hört auf und aus ihm wird ein neuer und doch der gleiche, nur irgendwie anders komponiert. Es wird mehrstimmig geloopt und gesungen, Gebimmel und Glöckchenklang in höchsten Tonlagen erklingen und ziehen die Hörenden in einen märchenhaften Strudel. „This Ole King“ bricht mitten im Song, um den besungenen König gebührend zu empfangen. „The Longing Is All“ ist ein kurzes Intermezzo mit leisen Tönen, die nach leisem Verlangen klingen. „Easy“ ist ein gesungener, nicht gerappter, mehrstimmiger Popsong, der zart und leicht vorüber zieht, bis ein Sample, das wie von einer alten Platte eingespielt verzerrt erklingt, den Song beendet. Why? erschaffen auch auf ihrem neuen Album großartige Sounds. Auf „Moh Lhean“ geht es verspielter zu, es klingt nach aufwändiger Instrumentierung und durchdachten Arrangements.

Während er am Album schrieb, ist Sänger Yoni schwer krank geworden und war zudem weit weg von zu Hause. Aber er kämpfte gegen die Krankheit an, gewann an Selbstsicherheit und Stärke. Er hatte Menschen um sich herum, die ihm Hoffnung gaben. Im Track „Proactive Evolution“ sind Samples der Stimmen seiner Ärzte zu hören. Der letzte Track „The Barely Blur“ handelt von der Existenz und der Natur des Daseins an sich. Er enthält ein Feature von Son Lux, das alles noch sphärischer erklingen lässt.

Der Aufbruch in eine neue Richtung ist ein Hauptthema des Albums. Es hinterlässt ein Schimmern und einen Zauber, der Mut macht und Zuversicht spendet – und dabei nicht pathetisch oder hippiesk klingt, sondern nach einem durch und durch gelungenen Indiepop-Album, das man sich gerne wieder und wieder anhört.

Marlena Julia Dorniak

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"Moh Lhean" – Album Sneak Peak

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"This Ole King"
"One Mississippi"

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