Rezension

Uniform Motion

One Frame Per Second


Highlights: Our Hearts Have Been Misplaced In A Secret Location // The Victory Of Buckets and Doors // The Rats Dress Nice
Genre: Folk // Singer/Songwriter
Sounds Like: Isbells // Entertainment For The Braindead // The Wind Whistles // Sufjan Stevens // Loney Dear

VÖ: 01.09.2011

Wie gut kann eine Band eigentlich sein, deren Album in kompletter Eigenregie entstanden ist, ohne Label im Eigenvertrieb releast und erst aufgrund einer “Faninitiative“ auch auf Vinyl gepresst wurde? Und wie gut kann ein Album eigentlich sein, dass von einer Band eingespielt wurde, die gerade einmal 725 likes bei Facebook hat und mithilfe des Internets versucht, Konzerte spielen zu können?

Nicht gerade die professionellsten Vorzeichen also, um ein erfolgreiches Album zu produzieren. Die britisch-französische Indie-Folk-Band Uniform Motion hat es trotz besagter Widrigkeiten geschafft, mit ihrem mittlerweile dritten Album „One Frame Per Second“ ein Album zu kreieren, das so fantastisch ist, das man sich auf Anhieb darin verlieben könnte. Ein Album, das man bildlich gesprochen nie wieder loslassen möchte, bei dem man sogar bereit wäre, es den eigenen Eltern vorzustellen. Ausreichend hierfür sind gerade einmal neun minimalistisch gehaltene Songs, die sich alle irgendwo zwischen Indie und Folk bewegen, teilweise auch mit kleineren Ausflügen in elektronische Gefilde.

Das Ganze läuft wieder einmal unter dem Terminus „Konzeptalbum“, da sich die Songs auf “One Frame Per Second“ allesamt um die Fantasiefigur “Little Knight“ drehen, dessen Leben in den Stücken des Albums erzählt wird. “One Frame Per Second is an adventure. The Story of Little Knight, starting off in life with the kind perils one would expect of a young knight”, so die Band über ihre Idee zum Album. Das Besondere dabei ist, dass sich Uniform Motion als eine “Illustrated Indie-Folk-Rock“ Band bezeichnet, und so stets versuchen, ihre Musik mit visueller Kunst zu kombinieren. So lässt sich das Leben ‘Little Knights’ sowohl in zahlreichen, liebevoll detaillierten Videoclips betrachten als auch bei den Konzerten der Band bewundern, wo Renaud Forestie live Comics projiziert, während Andy Richards dazu singt und Gitarre spielt, und Olivier Piotte die Songs mit seinem ruhigen Schlagzeugspiel bereichert. Beste Voraussetzungen eigentlich um von sämtlichen Booking-Agenturen die Bude eingerannt zu bekommen, doch stattdessen muss sich die Band wiederum via Eigeninitiative um Konzerttermine bemühen.

Auf onecitypersecond.com versucht die Band deshalb, mit Hilfe von Spendengeldern ihre geplante Deutschlandtour zu finanzieren, um so dem hiesigen Publikum so großartige Songs wie “Our Hearts Have Been Misplaced In A Secret Location“ oder “The Rats Dress Nice“ näher zu bringen. Wie gut kann eine Band nun also sein, die ihr Album unter derartigen Umständen produzierte, releaste und derzeit versucht, via Internet Spenden für die Finanzierung ihrer Tour zu bekommen? Die Antwort sollte nach Hören von „One Frame Per Second“ ein Leichtes sein.

Benjamin Schneider

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