Rezension

Tulips

Easy Games


Highlights: Trouble // Softer // Cargo
Genre: Sythesizer-Wave-Punk
Sounds Like: The Organ // Sect

VÖ: 01.04.2020

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nah ist? In Zeiten von Corona geht das eh nicht – gut also, dass das Glück manchmal in der lokalen Subkultur liegt. Im Falle von Tulips ist das insbesondere die Kölner Subkultur, die sie mit ihren Konzerten schon ordentlich eingetuned haben. Dabei bleibt es ihnen zu wünschen, dass sie bald (wieder) mit ihren Konzerten in die Ferne aufbrechen können.

Mit „Easy Games“ veröffentlichen Tulips nun ihr zweites Album. Knackige 22 Minuten und 7 Tracks kurz, aber lang genug, dass sie sich damit ins Gedächtnis und Herz spielen und dort nicht mehr so schnell verschwinden. Ihr Sound lädt zum Träumen ein, zum melancholischen In-die-Ferne-Schweifen, aber auch zum (alleine) Durchs-Zimmer-Tanzen. Die eingängigen Gitarrenläufe, die verspielt-poppigen Synthesizer und geradlinigen Bässe und Drums überzeugen dabei auf voller Linie und führen dazu, dass man nach dem letzten Track „Straosphere“ automatisch wieder auf Play drückt – bitte nochmal, ich kann nicht genug davon bekommen!

Der Opener „Trouble“ wirft einen unvermittelt in den Strudel und wechselt zwischen verspielt-poppigen Parts und punkiger DIY-Ästhetik. Wie sich in den folgenden Tracks zeigt, durchaus ein Charakteristikum von Tulips. So steigt „Softer“ zwar anfangs sphärischer ein, baut sich dann zunehmend auf, bis er sich entlädt und durch die rhythmischen Drums ein stetiges Vorwärts spürbar werden lässt. Lunas Sprechgesang verleiht dabei die passende Direktheit. Mit Variationen davon geht es durch das Album und eröffnet dennoch beim mehrmaligen Hören Nuancen der Ausführung.

Tulips gründete sich 2018 und ihr erster Post auf Facebook war: „Hallo Welt. Wir sind TULIPS (Aussprache unklar)“ – wir sagen „Hallo TULIPS, schön, dass ihr da seid!“

Lina Niebling

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Tulips "Softer"

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