Rezension

This Town Needs Guns

13.0.0.0.0


Highlights: Cat Fantastic // Left Aligned // A Different Kind Of Tall (small)
Genre: Math-Rock // Emo
Sounds Like: American Football // Tubelord // Tangled Hair // Foals

VÖ: 01.02.2013

„13.0.0.0.0“ ist nach der Kalenderschreibweise der Maya genau der Zeitpunkt, an dem ein neuer Zyklus der Zeitgeschichte beginnt und der Alte endet. Ein Neuanfang sozusagen und passender könnte der Albumtitel für die neue Platte von This Town Needs Guns daher gar nicht sein. Sowohl Bassist Jamie Cooper als auch der bisherige Sänger Stuart Smith mussten nach dem Debüt-Album „Animals“ die Segel streichen. Beide Posten übernimmt jetzt in Personalunion Henry Tremain und so soll es jetzt auch erst mal bleiben. Die Band wäre gut beraten, sich daran zu halten, denn die Mischung passt außergewöhnlich gut.

This Town Needs Guns machen Math-Rock mit Emo-Einschlag. Nicht unbedingt das, was man von einer britischen Band erwarten würde und dennoch haben sie einigen artverwandten Gruppen aus Übersee sogar noch voraus, dass sie ihren ganz eigenen Sound gefunden haben. Dafür ist jedes Bandmitglied zu gleichen Teilen verantwortlich, denn alle drei drücken „13.0.0.0.0“ ihren eigenen Stempel auf. Da ist natürlich zu allererst Tremain, der mit seinem glockenhellen Gesang sofort aufhorchen lässt. Genauso dominant sind aber ebenso die Melodieführungen, die Gitarrist Tim Collis nahezu ausschließlich mit Fingerpickings erzeugt und das Schlagzeugspiel von dessen Bruder Chris, der Rhythmiken in Petto hat, die einem die Kinnlade runterklappen lassen.

Zusammengenommen ergibt dies einen Mix, der für Genreverhältnisse vollkommen unaufgeregt daherkommt. Es geht in keinster Weise hektisch zu und schon gar nicht müsste man sich vor plötzlichen Ausbrüchen im Laut-Leise-Schema wappnen. Und dennoch ist das Songwriting sehr kompliziert, aber eben auch unglaublich intelligent. Um das allerdings zu erkennen und dahinter zu steigen, braucht es Zeit. Man kann „13.0.0.0.0“ nicht einfach mal so nebenbei hören. Und auch wenn man sich das Album in Ruhe anhört, wird es wahrscheinlich einige Durchläufe brauchen, bis es wirklich zündet. Es ist eben wie mit Mathematik: Hat man sie erst mal verstanden, macht sie tatsächlich Spaß.

Und so belohnen This Town Needs Guns auch letztendlich den geduldigen Hörer mit Tonnen an großartigen Melodien und innovativen Ideen. Und das Beste daran ist: im Gegensatz zu all den anderen Songs da draußen, die früher oder später ihr Haltbarkeitsdatum überschreiten, wird man sich an diesen Stücken hier wahrscheinlich auch noch den kompletten Maya-Zyklus lang erfreuen können.

Benjamin Köhler

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