Rezension

The Travelling Band

Screaming Is Something


Highlights: Screaming Is Something // Battlescars // One Dime Blues
Genre: Folk-Pop // Folk-Rock // Indie-Rock // Brit-Pop
Sounds Like: Goldheart Assembly // Mumford & Sons // Fleet Foxes // Admiral Fallow // Stornoway

VÖ: 02.09.2011

Drei Jahre ist es her, seit die aus Manchester stammende Travelling Band still und heimlich ihr Debütalbum „Under The Pavement“ auf den Markt brachte. Es dauerte seine Zeit, bis die britische Presse auf die Band aufmerksam wurde und bei uns scheint bis heute nicht viel von dieser Band angekommen zu sein. Zugegebenermaßen war das Debütalbum der quirligen, sich bei Live-Auftritten gerne im Vogelscheuchen-Outfit zeigenden Travelling Band keineswegs perfekt. Aber es zeigte sich bereits, wo die Reise hingehen sollte: stark vom amerikanischen Folk und Country geprägt, versuchte sich die Band an ihrer ganz eigenen Version dieser Musik, in der vor Rock-und Pop-Elementen nicht zurückgeschreckt wurde.

Drei Jahre sind seitdem vergangen und The Travelling Band wagen erneut den Versuch, ihre Musik an den Mann zu bringen. „Screaming Is Something“ heißt der Titel des neuen Albums, mit dem sich das britische Quintett zurückmeldet. Nach dem etwas glatt geratenen Opener mag man zunächst skeptisch sein, doch was The Travelling Band hier an wunderbaren Folk-Hymnen abliefern, ist wirklich beeindruckend. Sicherlich ist es eine riskante Gratwanderung, welche die Band hier wieder unternimmt, wenn sie Folk und Pop zu verbinden versucht und dabei dem Mainstream manchmal recht nahe kommt. Eigentlich sollte ein Album, auf dem ein ungestümer Rocksong wie „The Horizon, Me & You“ vom „One Dime Blues“ abgelöst wird, einem Song, der nicht mehr Blues in sich tragen könnte, nicht funktionieren. Doch aus irgendeinem Grunde geht die Rechnung auf und „Screaming Is Something“ wirkt in seiner Gesamtheit längst nicht so zerfahren wie der Vorgänger.

Dass The Travelling Band so viel Wert darauf legen, nicht nur eine Imitation der Musik ihrer Kollegen auf der anderen Seite des Atlantik abzuliefern, sondern versuchen, den britischen Pop in ihre Musik mit einfließen zu lassen und etwas Eigenes zu schaffen, macht ihre Musik umso sympathischer. Nachdem man von den meisten britischen Indie-Bands der letzten Jahre schon lange keine Großtaten mehr erwartet, könnte der Sound, den The Travelling Band auf ihrem zweiten Album entwickelt haben, wieder Schwung in die Szene bringen. Auch wenn trotz der langen Entstehungszeit noch nicht alles ganz glatt läuft und sich im Songwriting ab und an Schwächen zeigen, sind da eben auch diese großen Momente wie der mächtige Titeltrack oder das bezaubernde „Battlescars“, in dem Adam Gormans gesangliche Fähigkeiten besonders hervortreten. Es bleibt zu hoffen, dass The Travelling Band für ihr Zweitwerk die Anerkennung bekommen, die sie schon längst verdient hätten.

Kilian Braungart

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Video zu "Battlescars":

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