Rezension

Taylor Swift

Reputation


Highlights: ... Ready For It? // Gorgeous // Getaway Car
Genre: Pop
Sounds Like: Lorde // Miley Cyrus

VÖ: 10.11.2017

Taylor Swift darf dank etlicher Auszeichnungen, Millionen verkaufter Platten und riesiger Tourneen getrost als eine der größten Musikerinnen der Welt bezeichnet werden. Aber auch in der Indie-Szene ist Swift durchaus akzeptiert, was sie auch Ryan Adams zu verdanken hat. Nach dessen Cover von “1989” beschäftigten sich doch die ein oder anderen mit der Original-Platte und fanden so den Zugang – wie auch der Autor. Nun folgt mit “Reputation” der Nachfolger, bis jetzt noch ohne Cover von Adams. Und das könnte auch das Problem sein.

Wer dem Vorgänger erst durch Adams’ komplette Neu-Arrangierung etwas abgewinnen konnte, hatte vielleicht auch ein besseres Bild von den Versionen Swifts, schlicht weil man merken konnte, wieviel Potential in den Stücken lag. Dieses ist zweifellos auch auf “Reputation” vorhanden, wird jedoch nicht komplett ausgeschöpft und die Schwachstellen werden zu offensichtlich. Musikalisch zeigt sich Swift dabei zwar vielfältig, von schlichtem Synthiepop über Dubstep-Klänge bis zu dem einen oder anderen Trap-Beat. Sie erfindet das berühmte Rad sicherlich nicht neu, aber zeigt sich sehr wenig festgefahren. Was dabei nicht verloren geht, ist das Gefühl für Ohrwürmer und Hits, wie etwa die eingägigen, poppigen “Gorgeous” und “Getaway Car” beweisen. Und auch der erste Track des Albums, “...Ready For It?” geht direkt ins Ohr, auch wenn seine elektropoppige, basslastige Instrumentierung, die stark an Caspers “Lang Lebe Der Tod” erinnert, eine andere Richtung einschlägt. Hat man diese Songs dann einmal im Kopf, merkt man leider schnell, dass sie textlich nicht wirklich viel zu bieten haben. Thematisch wird sich mal wieder häufig ihrer Verflossenen bedient, was an sich kein Problem darstellt, wenn man es gut verpackt. Dies gelingt Swift jedoch nicht, viel zu platt und oberflächlich beschreibt Swift ihre Gefühlslagen. Vergleicht man das mit dem ebenfalls dieses Jahr erschienenen “Green Light” von Lorde, zeigt sich, dass es Swift ganz eindeutig an tieferem, authentischen Songwriting mangelt.

Die enttäuschenden Lyrics fallen jedoch auch nur so stark auf, weil die Platte mit 15 Liedern durchaus langwierig geworden ist. Ein reduzierteres, auf die Hits fokussiertes Album hätte kurzweilig sicherlich funktionieren können. So ist es jedoch nur eine mittelmäßige Popplatte, bei der auch Ryan Adams seine Schwierigkeiten hätte, sie so wunderschön neu zu arrangieren wie “1989”.

Lewis Wellbrock

Sehen


Video zu "...Ready For It?"

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.