Rezension

Sunset Sons

Very Rarely Say Die


Highlights: Bring The Bright Lights // On The Road // Lost Company
Genre: Poprock
Sounds Like: Sugar Ray // Maroon 5 // Imagine Dragoms

VÖ: 01.04.2016

Sowas von unpassend: der Name der Sunset Sons. Allein schon das Albumcover: Wenn die junge Dame mit dem Bandnamen und Albumtitel auf dem Leibchen sich nach Sonnenuntergang nicht mal etwas überzieht, holt die sich doch den Tod! Und mal ganz im Ernst – sobald Sonnenschein und Sommerfeeling für den Tag ausgeklungen sind, braucht man die Musik der Sunset Sons eigentlich auch nicht mehr.

Die Sunset Sons machen nämlich Musik, die die Synapsen sofort Gedanken an Cabrios, Sonnenbrand und zuckrige Cocktails heranschleppen lässt. Breite Gitarrenflächen, relaxte Melodien und Refrains, die nicht mal der Sonnenstich wieder aus dem Gehirn rausbrennen kann. Das Ganze gibt es dann knapp zehnmal ohne allzu große Variationen, damit selbiges nicht zu sehr mit irgendwelchen Differenzierungsprozessen beschäftigt wird, bis am Ende noch einmal der Hit „On The Road“, der mit einem Gospelchor angereicherte beste Song des Albums „Lost Company“ (an diesem Status bewirkt der Chor übrigens in keine Richtung so wirklich etwas) sowie der Abschluss „I Can't Wait“ kommen. Selbiger ist minimalistisch gehalten und basiert fast ausschließlich auf Gesang und Klavier – Originalität ist etwas Anderes.

Was ebenso wenig überrascht: Die Sunset Sons sind (zumindest teils) Australier. Als ihre Basis gilt eine Gegend Frankreichs, die auch the surfing capital of Europe genannt wird. Sie supporten im Sommer Imagine Dragons. Und so weiter. Mit letzteren kann man die Sunset Sons übrigens ebenso gut vergleichen wie mit dieser Band um Adam Levine, deren Namen man lieber nicht schreibt, wenn man nicht muss. Oder mit Sugar Ray, falls die noch jemand kennt: Band des Sommers 1999, zehn Jahre später Auftritte im Einkaufszentrum. Man will es den Sunset Sons nicht wünschen.

Jan Martens

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