Rezension

Spider Bags

Someday Everything Will Be Fine


Highlights: Cop Dream / Black Eye (True Story) // Ninety Day Dog // My Heart Is A Flame In Reverse
Genre: Rock // Garage // Pub
Sounds Like: Fidlar // Titus Andronicus // … And You Will Know Us by the Trail of Dead

VÖ: 03.08.2018

Ein vertonter Kneipenabend, inklusive verflossener Liebe, nahe bei den Trailerparks. Die Band um Sänger Dan McGee hat sich für ihr neues Album bei Bunker Audio in Memphis einquartiert. Neben dem besonderen Aufnahmeequipment – analoge, achtspurige Teufelsmaschine Tascam 388 – haben sie bei fast jedem Song klangstarke Unterstützung aus dem lokalen Umfeld. Jack Oblivian malträtiert eine quietschige Garage-Gitarre, Jana Misener leiht ihre Cellokünste, Rock Doc John Whittemore zupft die Pedal-Steel-Guitar und einer ihrer größten Fans, Patrick Stickles – Titus Andronicus – brüllt sich gemeinsam mit ihnen die besoffene Seele aus dem Leib.

Dass sie einen Großteil der Songs trotzdem mit nur einem Take aufgenommen haben, spricht für die Band und die vierjährige Vorbereitungszeit. Neben der leichtfüßigen Überquerung von Genregrenzen – Blues, Punk, Country, Garage, Indie, Swamp – haben sie für das Album die gute Laune gepachtet. Bei der Härte der Texte ist es ein Wunder, dass einen trotzdem grinsend die Tanzlust packt oder man selig lächelnd zwischen den Sofakissen versinkt.

Zum einen ist es mit Sicherheit die lässige Gitarrenarbeit, die das Album zu einem schmunzelnden Kommentar gegenüber dem dreckigen und harten Leben werden lässt. Zum anderen merkt man "Everything Will Be Fine" einfach die Spielfreude an. Vielleicht ist es die magische Macht der analogen Aufnahme, diese Freude noch zu betonen. Auf jeden Fall ist das Album eine Wucht und genau das, was Amerika gerade braucht: subversive, angeheiterte, freigeistige und augenzwinkernde Liebe.

Peter Heidelbach

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