Rezension

Spice

Spice


Highlights: First Feelings // Murder // Black Car // I Don’t Wanna Die in New York
Genre: Postpunk
Sounds Like: J Church // Spiritual Cramp

VÖ: 17.07.2020

Es gibt Alben, die enden und man hat das Gefühl, gerade erst auf Play gedrückt zu haben. So geht es einem beispielsweise mit dem selbstbetitelten Debütalbum von Spice, bei dem es thematisch um die Frage des Leidens beziehungsweise des Ausdrückens von Schmerz geht.

Während man zu Beginn des Openers „First Feeling“ durch Einspielung von Studiogeräuschen das Gefühl hat, es wird noch Soundcheck gemacht, gibt Leadsänger Ross Farrar das „Go“. Und los geht es! So spielen sich Spice direkt ins Gedächtnis, hängen sich fest und bleiben dort auch nach dem Ausklingen der Platte mit dem ein oder anderen ohrwurmsicheren Hit. Der zweite Track „All My Best Shit“ zieht einen noch weiter in die Platte rein und erst bei „Murder“ gibt es erste Verschnaufpausen. Jetzt gilt es genauer hinzuhören, zeigt sich insbesondere hier, dass es durchaus passend ist, eine Violine in einer Postrock-Band zu haben. Die Abwechslung von strudelartigem Sound und ruhigeren Passagen bleibt auch auf Albumlänge durchweg erhalten. Dabei ist das Album als Ganzes kurzweilig und äußerst kraftvoll und somit eine gute Möglichkeit, Leiden und Schmerz rauszulassen. Es reihen sich Tracks gekonnt aneinander und könnten auch als einzelne Strophen der Gesamtplatte gelten, wären da nicht doch kleine, aber feine Unterschiede. Dies ist in Teilen auch als ein kleines Manko anzusehen.

Dennoch überzeugen Spice, die sich als Reformierung von Mitgliedern der Bands „Ceremony“ und „Sabretooth Zombie 2018“ zusammengetan haben, mit ihrer Mischung aus Drive und Melodie. Treibende Gitarrenriffs, impulsive Drums, melodiöse Violinen und der direkte Gesang bilden dabei die Charakteristika und tragen dazu bei, dass man bestimmt wieder auf Play drückt.

Lina Niebling

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Video zu "First Feeling"
Video zu "I DON'T WANNA DIE IN NEW YORK"

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