Rezension

Sophia

As We Make Our Way (Unknown Harbours)


Highlights: The Drifter // California // Baby, Hold On
Genre: Indie-Rock // Singer-Songwriter // Pop
Sounds Like: Sun Kil Moon // Tindersticks // Sparklehorse

VÖ: 15.04.2016

Der Film „Absolute Giganten“ von Sebastian Schipper wird von vielen bereits als Klassiker gehandelt. Ein Film, der herzergreifend aufzeigt, wie kurz und beschissen das Leben sein kann. Nicht ganz unverantwortlich für die Wirkung des Filmes ist Robin Propper-Sheppard, der mit seiner Band Sophia einige Songs zu dem starken Soundtrack beigesteuert hat. „If Only“ im Hintergrund und Frank Giering im Aufbruch nach der letzten Nacht mit den besten Freunden werden nicht wenigen die ein oder andere Träne abgerungen haben. Um die Bewältigung von gescheiterten Beziehungen geht es auch bei Sophia über fünf Platten, auf denen die Band allen Schmerz in den Soundtrack für einsame Stunden gegossen hat.

Mit „As We Make Our Way (Unknown Harbours)“ veröffentlicht Propper-Sheppard mit Sophia nach sechs Jahren Funkstille nun Songs, die in ihrer Moll-lastigen Komposition eindrucksvoll an die Schönheit der früheren Platten anknüpfen können. Das Album beginnt mit ein paar Piano-Akkorden und geht dann in das, von Gitarrenlärm getragenem, „Resisting“ über, bis der Gesang einsetzt und vom marschierenden Schlagzeug angetrieben wird. „The Drifter“ ist mit seinem schleppenden Tempo ein typischer Sophia-Song und gibt gleichzeitig die thematische Ausrichtung dieser Veröffentlichung vor. Nicht der Liebeskummer ließ diese Stücke entstehen, sondern vielmehr Momentaufnahmen des Frontmannes in der jüngeren Vergangenheit. So musste er aufgrund einer behördlichen Willkür zurück in seine Heimat Los Angeles, um eine neue Aufenthaltsgenehmigung für Europa zu beantragen. „California“ heißt das Resultat dieser Odyssee.

Robin Propper-Sheppard hat mit „As We Make Our Way (Unknown Harbours)“ eine Platte über sein Gefühl der Heimatlosigkeit und Rastlosigkeit gemacht und die Erkenntnis vertont, dass man an jedem erdenklichen Ort trotzdem die gleiche Person ist. Dann ist da noch der goldene Anker auf dem CD-Cover und plötzlich ist man wieder in der Abschiedsszene von „Absolute Giganten“ und dem Wissen, dass ein Abschied auch gleichzeitig etwas Neues mit sich bringt und Sophia den richtigen Soundtrack parat haben. Garantiert traurig – Garantiert wunderschön.

Sönke Holsten

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