Rezension

Shitdisco

Kingdom Of Fear


Highlights: Reactor Party // Kung - Fu
Genre: "Newrave"
Sounds Like: The Rapture // The Sunshine Underground // Klaxons

VÖ: 20.04.2007

Zur Zeit ist Maimarkt in der Stadt. Das bedeutet: viel Getümmel, viele Menschen, laute und schnelle Geräte, wummernde Musik. Spaß und Freude für die Einen, Stress und Gereiztheit für die Anderen. Es kann ja nicht alles jedem gefallen, das wäre wohl recht langweilig. Wer normalerweise die No Angels hört, sollte genau deshalb wohl auch besser die Finger von SHITDISCO lassen.

Sonst geht es ihr oder ihm wohlmöglich so wie einem, der vom Erholungswochenende im Wald (inklusive Schlafen unter freiem Himmel und Lagerfeuergitarrenmusik) wieder kommt und mitten auf dem Marktplatz abgesetzt wird. Direkt neben einem „Hau-den-Lukas“ und drum herum stehenden, es sich gegenseitig beweisenden betrunkenen Mittvierzigern, oder neben ein Karussell, auf dem gut gelaunte Kinder übermotiviert die Hupen in ihren Fahrzeugen drücken und die Sirenen aufheulen lassen, so oft es geht. Gequietsche und gute Laune finden sich auf jeden Fall auch auf SHITDISCO´s erstem Album „Kingdom of Fear“ wieder.

„Das ist mir zu anstrengend!“, wird der ein oder andere sagen. Der Rest wird hoffentlich den Dancefloor stürmen und lostanzen! Besonders gut geht das auf Anhieb bei „Kung Fu“, dem ersten Song der Platte. Bei solcher Musik braucht man keine Achterbahnen mehr, sondern nur den eigenen Körper. „One, two, you know what to do!“ ruft uns der Sänger zu und auf diesen Befehl bleibt dann hoffentlich kein Körperteil mehr unbewegt. Mit den nächsten Songs geht’s dann verdammt heiß weiter und wenn man sich „Reactor Party“ beim Autoscooter fahren anhören würde, dann würde das Ganze in einer fröhlichen Karambolage enden.

Vielleicht haben sich SHiTDiSCO gedacht, die Hörer bräuchten nach all der Action vom Anfang mal eine kleine Pause und haben ein paar Songs eingeschoben, die beim ersten Anhören unspektakulär und einheitlich klingen. Aber falsch gedacht: denn wenn man sich die Songs dann mal genauer anhört, kann man verdammt viel entdecken. Zum Beispiel den eingängigen Gesang bei „3D Sex Show“ oder die grandiose Gitarre bei „Lover of Others“. Mit „Ok“ kann die Stimmung dann sowieso wieder angestachelt werden und wenn man dann einfach die Repeat – Taste am CD-Player drückt und sich so die ersten Songs direkt noch ein Mal anhört, kann nichts mehr schief gehen.

„Eine neue Runde, eine neue Runde! Wer will noch mal, wer hat noch nicht!!?“, höre ich den Schaustellertypen durch sein Mikro rufen. „Yeah! Ich will!“ Los geht´s, ab ins Abenteuer!

Marlena Julia Dorniak

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