Rezension

Shadowparty

Shadowparty


Highlights: Celebrate // Taking Over // Present Tense
Genre: Synthiepop
Sounds Like: New Order // Tears For Fears // Gang of Four

VÖ: 27.07.2018

Ist es eine gute Idee, die nächste neue Supergroup mit einem Avengers-Vergleich zu bewerben, insbesondere dann, wenn die Bandmitglieder, die aus New Order (Tom Chapmann, Phil Cunningham) und Devo (Josh Hager, Jeff Friedl) stammen, eher zu den Helden aus der zweiten Reihe zählen? Um die Aufmerksamkeit auf die Band zu erhöhen, schadet der Vergleich jedenfalls sicherlich nicht.

Supergroups gab es in den letzten Jahren immer wieder, erfolgreich waren nicht viele, interessant noch deutlich weniger. Die vier Mitglieder von Shadowparty machen bei ihrem Debüt vieles richtig und finden einen eingängigen Stilmix mit starkem 80er-Synthiepop-Fokus, welcher hier und da von New Wave in 90er-Indiepop übergeht. Der Opener “Celebrate” eignet sich bestens, um die eigene Kompabilität mit Shadowparty zu überprüfen. Wem der Song nicht gefällt – oder besser: Wer mit diesem stadiontauglichen Rocksong, bei dem der Retro-Grad noch relativ übersichtlich ist, nichts anfangen kann –, wird kaum Freude an den anderen Songs auf dem Album haben. Das verträumte Gitarrenriff im darauffolgenden “Taking Over“, das sich über die Synthieklänge legt, ist ein wunderbares Versatzstück in dem wohl stärksten Song. Bei “Present Tense” erreicht der Nostalgiefaktor seinen Höhepunkt. Die Synthie-Powerballade mit Denise Johnsons Vocals könnte aus dem Geburtsjahr des Schreibers dieser Rezension stammen und fügt dem Album eine interessante Facette hinzu, sofern man in der Lage ist, diese Art von Song in der heutigen Zeit noch zu genießen.

Mit Shadowparty können es die vier Musiker schaffen, aus dem Schatten ihrer bekannteren Kollegen herauszutreten. Wenn das Debütalbum nur der Startschuss der Band ist und das vorhandene Steigerungspotenzial ausgenutzt wird und noch mehr auf Eigenständigkeit setzt, steht uns vielleicht etwas Großes bevor.

Marcel Eike

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