Rezension

Schreng Schreng & La La

Echtholzstandby


Highlights: Plastik Fressen // Ekel Und Abscheu // Echtholzstandby
Genre: Singer/Songwriter // Indie-Pop // Folk
Sounds Like: Love A // Olli Schulz Und Der Hund Marie // Matze Rossi

VÖ: 22.04.2016

Eine alte Musiker-Weisheit besagt, dass man einen guten Song daran erkennt, dass er auch ohne große Instrumentierung und Produzententricks auskommt und auch nur auf der Akustikgitarre gespielt am Lagerfeuer funktioniert. Das Duo Schreng Schreng & La La, bestehend aus Lasse an der besagten Gitarre und Jörkk (Love A) am Mikrofon, haben mit “Echtholzstandby” also eine gute Platte geschrieben, berufen sich die Musiker doch zum größten Teil auf die reduzierte Gitarre/Gesang-Konstellation, welche hörbar gut funktioniert

Dass hier eine Portion Punk-Attitüde mitschwingt, war zu erwarten, singt sich Sänger Jörkk schließlich auch in der Post-Punk-Institution Love A seine Gesellschaftskritik von der Seele. “Als Pop-Star zur Autohauseröffnung” heißt es in “Plastik Fressen” und zielt damit auf das nimmermüde Thema des kurzweiligen Castingshow-Ruhms ab. Der Song “Ekel Und Abscheu” hat im Vorfeld ein starkes Video mit ordentlich Unterstützung befreundeter Musiker kredenzt bekommen. “Die Leitung lang und die Zündschnur zu kurz und ignorant aus Tradition” benennt es die Band und trifft damit das Problem der Homophobie und des Fremdenhasses im Kern.

Schreng Schreng & La La machen auf “Echtholzstandby” vieles richtig. Perfekter Bandname, schönes Cover-Artwork und wunderbare Songs, die trotz der selbstauferlegten, reduzierten Instrumentierung sehr facettenreich und durchdacht aus den Boxen kommen. Sänger Jörkk schleudert einem seine Texte gewohnt eindringlich entgegen und wird dabei vom Crazewire-Gründer Lasse an der Gitarre begleitet. Eine vermeintlich kleine Band, die viel zu sagen hat und sicher überall funktioniert – auch am Lagerfeuer.

Sönke Holsten

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Video zu "Ekel und Abscheu"

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