Rezension
Red Sparowes
The Fear is Excruciating, But Therein Lies the Answer
Highlights: A Swarm // Giving Birth To Imagined Saviors
Genre: Postrock
Sounds Like: Isis // Ostinato // Pelican
VÖ: 16.04.2010
Quo Vadis, Red Sparowes? Vor sieben Jahren als Nebenprojekt illustrer Musiker von Bands wie Isis, Ox, Angel Hair und Neurosis gestartet, veröffentlichten sie zwei Alben, die die Messlatte im Bereich Postrock um einiges höher legten. Dann verließ einer der Köpfe der Band, Josh Graham, diese, um A Storm Of Light zu gründen. Seitdem hörte man außer einer nicht sehr vielversprechenden EP nicht mehr allzu viel von der Band. Nun erscheint „The Fear is Excruciating…“, Album Nummer drei, das laut den ungeschriebenen Regeln der Musikgeschichte immer das Schwerste ist. Beachtlich von vornherein: Die langen, zu Stories verknüpften Songtitel sind kurzen Namen gewichen.
Langgezogene Gittarrentöne, scheppernde Hi-Hat, ein kurzer Ausflug auf die herabgespielte Tonleiter: „Truths Arise“ ist ein Intro, das eigentlich keines ist. Der typische, warme Gitarrensound der Band, ein unverkennbares Merkmal, macht bereits nach Sekunden klar, mit wem man es zu tun hat. Es folgt „In Illusion Of Order“, das sehr deutlich macht, dass die Wurzeln der Band unter anderem bei Isis stecken: Es klingt wie ein weiterer Song dieser Band, das Einzige, was fehlt, sind die markanten Growls. Das unweigerliche musikalische Zusammentreffen der beiden Bands wird dadurch noch verstärkt, dass Isis sich immer weiter in die Sphären begeben haben, die die Spatzen seit jeher durchstreiften. Schade dabei ist der Umstand, dass keine der beiden Bands dabei so richtig punkten kann, schlimmer noch: Red Sparowes klingen immer mehr nach einer Selbstkopie. „A Hail Of Bombs“ ist nicht schlecht und wer die Band nicht kennt, wird seine Freude an diesem Stück haben. Probleme bekommen die anderen. Jeder Takt, jeder Tempowechsel, jeder Ausbruch kommt einem bekannt vor – entweder vom Meisterwerk der Band, „At The Soundless Dawn“ oder von dessen Nachfolger. Zu konstruiert, zu nachgebaut nach dem immergleichen Schema kommt „The Fear Is Excruciating ….“ daher.
Es ist sehr schade zu sehen, wie diese Band sichtlich auf der Stelle tritt und stehen bleibt, trotz dessen, dass sie weiterhin gute Musik machen, jeder Song für sich genommen großartige Elemente und Momente enthält. Nur führt die Wiederholung dieser nicht nur im Laufe der Bandgeschichte, sondern auch der 43 Minuten dieses Longplayers zu einer solchen Abnutzung, dass man sich fortwährend im Repeat verfangen sieht. Langsam gespieltes Gitarrensolo, einsetzendes Schlagzeug, eine zweite dazukommende Gitarre, dann der gemeinsame Ausbruch mit viel Bass und das ruhige Abklingen und wieder-Zersetzen in die Einzelteile. Und täglich grüßt das Murmeltier. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Band in Zukunft von diesem zwar selbst bereiteten, aber mittlerweile ausgetretenen Pfad etwas abkommt und wieder die Referenzstellung im Bereich Postrock einnimmt, die sie zurecht jahrelang inne hatte.
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