Rezension

Nihiling

Batteri


Highlights: Ottersong // Power Rangers // Cellardoor
Genre: „Dark-Pop-Postrock-Fake“
Sounds Like: The XX // Me & My Drummer // Explosions In The Sky // Monophona // Elyjah

VÖ: 05.05.2017

Nihilings „Batteri“ ist zwiegespalten und wird die Hörenden zwiegespalten zurücklassen. Denn zum einen lassen Nihiling mit dem neuen Album alte Genregrenzen hinter sich und widmen sich neuen Experimenten, zum anderen bleiben sie sich treu. Während sich der erste Teil des vierten Albums der Band neueren Klängen hingibt, die sich an melancholischem und sphärischem Britpop und Indie orientieren, widmet sich der zweite Teil dem bereits bekannten Post-Rock.

Spannend ist, dass die unterschiedlichen Stile die Stücke zwar gegenseitig beeinflussen und den Sound der Band prägen, jedoch ganz klar voneinander abgespalten werden. Es wäre ja ebenso möglich gewesen, die Songs zu durchmischen und so in eine Einheit zu bringen – doch „Batteri“ zeigt sich wie eine Plus- und eine Minus-Seite einer Batterie und mit unterschiedlichen Facetten. Die eine Seite glänzt mit zartem Gesang, melodischen Gitarrenklängen, elektronischen Synthiesounds und auch mal Klavier und Streichern, die andere Seite mit sich aufwälzenden, aufbäumenden Prog-Rock-Sounds, die gerne mal neun Minuten lang sind. Was dabei Plus- und Minus-Seite ist, ist schwer zu sagen, denn auf beiden Seiten geraten die Elemente durcheinander und wirken mal motivierend, mal bedrückend.

Nihiling, das sind Jan Hendrik Schnoor, Noemi Evelyn Bunk, Alexandra Steinmetzer, Marco Winkler und Gorka Morales, alle fünf leben in Hamburg. Schon vor fast zehn Jahren haben sie ihr erstes gemeinsames Werk veröffentlicht und probieren sich seitdem ständig aus. Eine feste Entscheidung, in welche Richtung es musikalisch gehen soll, haben sie noch nicht für sich getroffen. Und das muss auch nicht sein, denn „Batteri“ zeigt auf erstaunliche Weise, dass es sehr gut funktionieren kann, zweigleisig zu fahren.

Marlena Julia Dorniak

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