Rezension

Nails

You Will Never Be One Of Us


Highlights: You Will Never Be One Of Us // They Come Crawling Back
Genre: Hardcore // Grindcore
Sounds Like: All Pigs Must Die // Full Of Hell // Trap Them

VÖ: 17.06.2016

21 Minuten. So lange ist nicht etwa ein einzelnes Stück, sondern die Gesamtdauer von „You Will Never Be One Of Us“, dem neuen Album der brutal-wütenden Formation Nails. Und dennoch setzt sich die Band neue Maßstäbe: So lang war noch keine ihrer insgesamt vier Veröffentlichungen. Auf einen Rohling passen diese nun insgesamt sogar noch – nur wer kann dies ernsthaft wollen? Nails gehen so hart zu Werke, wie kaum jemand anderes. Selbst für Hardcoreverhältnisse ist das heftig, was das Quartett hier abliefert. Wobei sie stilistisch schwer einzuordnen sind: Der schwere, bass- und moshlastige Sound trägt die Färbung von Hardcore, die kürze der Stücke und die Heftigkeit des Ganzen geht in Richtung Grindcore.

Und weil dies nicht genug ist, wird ein Großteil der Platte auch noch von „They Come Crawling Back“ eingenommen – einer trashlastigen Slayerreferenz mit wahnsinnigen acht Minuten Länge. Der Rest spielt sich in der Regel in 45 bis 100 Sekunden ab und lässt keine Verschnaufpausen. In dieser durchschnittlich einen Minute prügelt man sich durch wüste Gewaltorgien, verstärkt durch infernalisches Gebrüll und setzt dabei eine unfassbare Energie frei.

Man kann diese Musik eigentlich nicht sitzend hören, so sehr geht es nach vorn. Der Sound ist dabei druckvoll und massiv, hier macht sich der Wechsel zu Nuclear Blast bemerkbar. Produziert wurde das Album zudem von Converge-Frontmann Kurt Ballou. Im Gegensatz zu den bisherigen Alben, insbesondere zu „Abandon All Life“, zeigt sich die Professionalisierung der Band und vor allem der Technik. Weniger Roh und scheppernd, dafür umso mehr druckvoll auf den Punkt präsentiert sich dieses wütende Monstrum von Album, welches wie ein Wirbelsturm alles mitreißt, was sich ihm in den Weg stellt.

Klaus Porst

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"You Will Never Be One Of Us"

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