Rezension

Ludovico Einaudi

Elements


Highlights: Logos
Genre: Klassik
Sounds Like: Mogwai // Nils Frahm // A Silver Mt. Zion

VÖ: 16.10.2015

Ludovico Einaudi gehört zu den bekanntesten Komponisten der Gegenwart. Obwohl er klassische Musik verfasst, erreicht er dennoch ein Publikum, das deutlich über den üblichen Kreis der Klassik-Hörer hinausgeht. Warum ist das so? Nun, zum einen hat er sich im Rahmen von Filmsoundtracks einen Namen gemacht, zuletzt war er für den erfolgreichen Film „Ziemlich Beste Freunde“ verantwortlich. Dazu kommt, dass er zwar klassisch aktiv ist, sich aber bei seinen Kompositionen mittlerweile an Song- und Soundstrukturen moderner Popmusik orientiert. So wundert es nicht, dass auch „Elements“, sein 18. Album, keinesfalls schwere Kost ist, sondern sehr eingängig wirkt.

Zwei zentrale Instrumente stehen dabei im Vordergrund: Klavier und Violine. Aus diesen strickt Einaudi Songs, die an Postrock erinnern – nicht umsonst remixen Mogwai den Song „Drop“. Er übernimmt Laut/Leise-Schemata, „Logos“ beispielsweise türmt sich zu einer sogenannten „Wall Of Sound“ auf. Natürlich wäre „Elements“ auch als Soundtrack geeignet, allein der Aufbau des ersten Stückes „Petricor“ mit seiner schnell an Tempo aufnehmenden Zuschärfung ist wie gemacht für einen dramatischen Moment.

An den natürlichen Elementen soll sich dieses Album orientieren, daher auch der Titel, sowie die einzelnen Titelnamen. Und ja, selbst, wenn die Stücke 1-12 durchnummeriert gewesen wären, gelingt es Einaudi allein durch das Zusammenspiel der Instrumente, den Elementen Ausdruck zu verleihen. Manche Stücke verbreiten hoffnungsfrohe Sonnenstrahlen, manche, wie „Drop“, lassen Regentropfen erklingen. „Elements“ setzt sicherlich keine Maßstäbe in Sachen zeitgenössischer klassischer Musik, vielmehr versteht Einaudi sein Handwerk als Populärkünstler und setzt hier darauf, mittels schöner Melodien Punkte beim Hörer zu sammeln – und das gelingt. „Elements“ ist ein schönes, gut anzuhörendes Album, mal für den Genuss als Ganzes, mal als Untermalung für Nebensächliches – und als solches absolut gelungen.

Klaus Porst

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