Rezension

Lindstrøm

Smalhans


Highlights: Vōs-sākō-rv // Vā-fl?-r
Genre: Electro // Disco
Sounds Like: Prins Thomas // Air // Apparat

VÖ: 09.11.2012

Hans-Peter Lindstrøm ist ein vielseitiges Phänomen. Der mehrfache Gewinner des norwegischen Grammys ist eigentlich jemand, der sich, wie er selbst sagt, gerne mit denselben Rezepten beschäftigt, nur gelegentlich die Zutaten ändert. Die Vorgängerplatte "Six Cups Of Rebel" hingegen sprach eine andere Sprache. Kosmisch-krautige Disco-Eskapaden reihten sich an ein über fünfminütiges Kirchenorgel-Intro und brachen im Grunde aus den gewohnten Mustern, die Lindstrøm mit Prins Thomas, Christabelle und auch solo entwickelte, ein wenig aus.

"Smalhans" ist da etwas mehr back to the roots. Es gibt keine Vocals, keine Experimente und leider auch wenig bis keine Spannung. Dabei ist "Smalhans" mit Todd Terje als Produzent eigentlich unter den besten Bedingungen gestartet. Lindstrøm verlässt sich jedoch einfach zu sehr auf seine Stärken, würzt nicht nach, sondern kredenzt, um bei der Essensmetapher zu bleiben, sechs mal das exakt gleiche Gericht. Bezeichnenderweise wurden die Tracks sogar nach Spezialitäten der norwegischen Küche benannt. Lindstrøm verpasst es jedoch, sie zu musikalischen Spezialitäten zu machen. Die Tracks sind gut, handwerklich solide wie das Essen bei Mutti, aber eben nicht mehr.

Eine Hoffnung bleibt am Ende. Angeblich ist geplant, zu jedem Track eine 12" rauszuhauen, die dann auch jeweils einen Todd Terje Edit beinhaltet. Vielleicht verleiht Terje den soliden Songs die nötige Würze.

Andreas Peters

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