Rezension
Kings Of Convenience
Riot On An Empty Street
Highlights: The Build Up
Genre: Folkpop
Sounds Like: Simon & Garfunkel // Turin Brakes // I Am Kloot
VÖ: 21.06.2004
Der Albumtitel "Quiet is the new loud" des sanftmütigen Norweger Duos wurde zur Parole einer introvertierten musikalischen Bewegung, die vor 3 Jahren durch die Liebe zu traumwandlerischen Klängen ihre Blütezeit erlebte. Sie wurde als Gegenentwurf zum weltweit erfolgreichen New Metal Banalismus ins Leben gerufen und rechtfertigte ihre Existenz mit bewegenden, tiefgründigen und intelligenten Alben von Bands wie etwa den Turin Brakes, Grandaddy oder den bereits angesprochenen Kings Of Convenience. Deren Debut stellte ein berührendes, mit warmen Klangfarben versehenes Intimwerk dar, welches seinen Reiz aus der Dynamik der Langsamkeit gewann.
Erlend Oye und Eirik Glambeck Boe wurden aufgrund ihres zweistimmigen Gesanges und den spartanischen Akustikklängen in der Presse als die Reinkarnation von Simon & Garfunkel gefeiert, was jedoch erst auf ihrem zweiten Album vollständig an Konturen gewinnt. Teils wirkt die Anlehnung an das, in den Sechzigern und Siebziegern erfolgreiche, Sound of Silence Duo jedoch übertrieben offensichtlich, was im ersten Lied „Homesick“ bereits mehr als deutlich zum Vorschein kommt. Leider trüben diese zu stark ausgeprägten Querverweise das Gesamtbild. Fairerweise muss man den 2 jungen Romantikern aber zugestehen, dass sie im Stande sind eigenständige, bisweilen einzigartige Lieder zu skizzieren, welche durch ihre verträumt liebliche Aura eine musikalisch selten so vernommene Geborgenheit verbreiten. „Surprice Ice“ ist eines dieser Lieder, welches aufgrund seines kristallklaren Klanges, den gehauchten Textpassagen und der samtigen Melodie die Stimmung während einer zärtlich wärmenden Umarmung wiedergibt („The air is like a knife cutting through you. A room in the house is always warm“). Nur das wunderschöne „The Build - Up“ kann eine noch intensivere Atmosphäre erzeugen und avanciert aufgrund des traumhaft ausgestalteten Gesangparts der hochtalentierten Kanadierin Leslie Feist zu einem Klassiker in der derzeit stagnierenden Folkkultur.
Weitere Glanzpunkte des Albums bilden das Bossa versprühende „Know How“, mit seinem harmonisch triumphalen Duettgesang oder das dezente, bedrückt dahin gleitende „Gold In The Air Of Summer“.
Den empfindsamen Norwegern ist somit wieder ein poetisches, liebevolles, bisweilen ergreifendes Album gelungen, das durch metaphorische Passagen wie „Summerchild that sits by the water, weaving sunlight threads in his hands. “ an Tiefe gewinnt.
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