Rezension

Keston Cobblers Club

Wildfire


Highlights: Laws // Contrails // Wildfires
Genre: Folk // Indie-Pop
Sounds Like: Angus & Julia Stone // Friska Viljor

VÖ: 19.06.2015

Wer bereits vor dem aktuellen Longplayer „Wildfire“ das Glück hatte, über die Musik von Keston Cobblers Club zu stolpern, vielleicht als Support-Act für Wallis Bird, der hatte es mit einer Band voller überschäumender Spielfreude und gut gelaunten Songs zu tun. Man konnte kaum anders, als zu tanzen und das mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Hymnische Folksongs getragen von Harmoniegesängen und unterfüttert von Tuba und polternden Drums prägten den Soundkosmos der Band.

Legt man „Wildfire“ zum ersten Mal die Nadel auf, wird einem schnell bewusst, dass sich hier etwas verändert hat. Nimmt man den Albumtitel wörtlich, so lodern die Flammen in alle Richtungen. Ihren Ursprung verlieren KCC dennoch nicht aus den Augen.Die Band hat bei dieser Produktion hörbar eine ernsthafte Facette hinzugefügt, wie zum Beispiel der dramatische Opener „Laws“ deutlich macht. Ein weiterer Aspekt ist die neue klangliche Präsenz von Synthie-Sounds, welche aber sehr reduziert und vor allem songdienlich das Soundbild erweitern.

Wer nun um die unbefangenen und euphorischen Songs bangt, findet unter anderem mit „St. Tropez“ sein Grinsen zurück. Geschrieben von den Geschwistern Matthew und Julia Lowe, wurde diese LP unter anderem im Wohnzimmer der Eltern aufgenommen und zu einem großen Teil auch selber produziert. Unterstützung erhielten sie von Joe Dickinson, der entscheidene Impulse zur Kontinuität der Platte gegeben hat.

Keston Cobblers Club haben sich mit „Wildfire“ nicht neu erfunden und werden auch mit Sicherheit keine Fans mit der neuen „Ernsthaftigkeit“ vergraulen. Sie haben es mit sicherer Hand geschafft, jeden Song nach einem Keston-Cobblers-Song klingen zu lassen, auch wenn diese gerade nicht von Glückseeligkeit handeln. Harmoniegesänge, Tuba und polternde Drums klingen eben auch in Moll wunderbar zusammen.

Sönke Holsten

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