Rezension

Keane

Strangeland


Highlights: Sea Fog // Watch How You Go
Genre: Pop
Sounds Like: Coldplay // Snow Patrol // Travis

VÖ: 04.05.2012

Man durfte sich von Keane seinerzeit durchaus Großes versprechen: Ihr Gespür für weltumarmende Melodien und feine Instrumentierungen im Einklang mit Chaplins Stimme sorgten hier und da für Gänsehaut und ergriffene Herzen. Schafften sie es damals allerdings noch, sonnendurchflutete Songs zu schreiben, klingt das heute eher nach kalter Energiesparlampe.

Bereits der Opener „Black Rain“ leitet das ein, was das letzte Stück der Platte „You Are Young“ noch mal festklopft: Hier wird alles hartnäckig in Moll getunkt, bis es sich nicht mehr bewegen kann. Nach Abwechslung und Innovation sollte man gar nicht erst fragen, wer aber braucht das schon, wenn man doch die immerselben Klavier- und Gitarrenakkorde in aller Langeweile durchnudeln kann? Der Einfachheit halber scheinen Chaplin und seine nun drei Jungs – Bassist Jesse Quinn ist der neue in der Truppe – es auch nicht einzusehen, jemals die Songstruktur zu ändern – Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, künstlich-emotionales Innehalten, Refrain, Refrain, Refrain, Ende!

Auch wenn man zwischendrin, etwa bei „Sea Fog“ an vergangene Großtaten erinnert wird oder „Watch How You Go“ behutsame Sympathien regt, die grandios einfallslosen Lyrics vermögen das alles wieder niederzureißen. Sätze wie „Sometimes a dream itself can keep you safe“ oder die stadiontauglichen „Ooooohohhhs“ und „Schalalalalaaaaas“ wirken einfach ausgelutscht.

Was Keane mit „Strangeland“ zusammengespielt haben, ist eindeutig: Einheits-Sing-Sang, der von den üblichen und genauso überflüssigen Normalo-Radiosendern mit offenen Armen empfangen und für den Leerlauf zwischen 14.00 und 17.00 Uhr benutzt wird.

„Strangeland“ verliert sich also im wüsten Niemandsland: Hier klingt jeder Song wie der andere und Konturlosigkeiten jagen Phantasiearmut.

Silvia Silko

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