Rezension

Hello Piedpiper

The Raucous Tide


Highlights: Hunter // Light Wood // Lampedusa
Genre: Neo Folk // Indie // Singer-Songwriter
Sounds Like: Get Well Soon // Honig // Talking To Turtles

VÖ: 31.03.2017

Fabio Bacchet hat für seine neue Veröffentlichung „The Raucous Tide“ personell ein wenig aufgestockt. Wo er auf seinem gelungenen Debüt „Birdsounds=Warsounds“ seinen Folk nur mit Gitarre und Gesang interpretierte, stehen ihm nun Guido Sprenger und Lukas Hoffmann an diversen Instrumenten zur Seite, um seinen Klangkosmos entscheidend zu erweitern.

Der Opener „Hunter“ bildet da hörbar die Schnittstelle der beiden Platten. Er beginnt gewohnt mit einer gezupften Gitarre, wird dann aber vom Schlagzeug abgeholt und zusätzlich mit elektrischen Gitarren verziert. „Echoes“ bekommt dann zusätzlich im Refrain noch einen Chor spendiert, der die Gesangslinie Bacchets mit Schwung zum Ohrwurm werden lässt. „Shadows“ wird anfangs von einer Pianofigur getragen und nur nuanciert vom Schlagzeug unterstützt. Leider überspannt hier die Band den Spannungsbogen und überfrachtet damit den Song. Dem titelgebenden „The Raucous Tide“ passiert diese Überfrachtung dann trotz seiner Vielschichtigkeit nicht. Hier sitzen die Chöre an der richtigen Stelle und auch die Trompete am Ende des Songs setzt die richtigen Akzente.

Fabio Bacchet ist die Neuausrichtung von Hello Piedpiper geglückt. Die üblichen Folk-Strukturen sind nicht vollständig verschwunden, sondern mit einem vielschichtigen Sound versehen worden, welcher von dem Trio eindrucksvoll erzeugt wird. An einigen Stellen wirken die Songs dadurch zwar noch etwas zu überladen, verlieren aber nur selten den Song aus den Augen. Experiment geglückt.

Sönke Holsten

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