Rezension

Goat

Commune


Highlights: Goat Slaves // Hide From The Sun // Gathering Of Ancient Tribes
Genre: Psychedelic Rock // Krautrock // Fusion
Sounds Like: Hookworms // Can // Black Sabbath

VÖ: 19.09.2014

Goat feiern mit „Commune“ die Ekstase, das Aufgehen im Kollektiv und das Konzeptalbum. In der Soundästhetik der frühen Siebziger angesiedelt, handelt es sich um ein Werk, dessen Wirkung man im Allgemeinen gerne als hypnotisch bezeichnet. Denn wie Rauchschwaden ziehen die neun Stücke vorbei, die es einem durch ihren experimentellen Grundton und assoziative Songstrukturen schwierig machen, Orientierung und Halt zu finden.

„Commune“ unterscheidet sich dabei in zweierlei Punkten von seinem Vorgänger „World Music“. Erstens durch eine Verschiebung des Fokus vom Einzelsong (früher noch vergleichsweise eingängig) auf das Format Album. Zweitens deshalb, da das Erstwerk durch verschiedenartige Inspirationsquellen, musikalisch wie geographisch, seinem Namen „World Music“ alle Ehre erwies, „Commune“ nun hingegen deutlicher in eine Richtung weist: geographisch gen Orient mit seinem der psychedelischen, türkischen Folkmusik entlehnten Gitarrensound und musikalisch in die von Hand-Percussions unterstützte Ausuferung hinein.

Spirituelles findet immer wieder Einzug in die Musik der Schweden, überdeutlich zum Ausdruck gebracht in dem Zitat „The spiritual world is more than most of us believe, the spiritual world is everything“, welches am Anfang von „Goat Slave“ und damit der Mitte des Albums steht. Wie um eine Meditation einzuleiten, eröffnen Glockenschläge den Opener „Talk To Gods“ und finden in dem Schlusssong „Gathering Of Ancient Tribes“ ihr erinnerungshaftes Echo. Dazwischen: Krautrock, Hardrock und Improvisationen. Kein Wunder, dass das einzelne Instrument, die einzelne Strophe oder ein ausgedehnter Jam in den Dienst der Gesamtheit gestellt werden. Alles Andere würde den Fluss der Dinge nur stören.

Die namen- wie gesichtslose Band (live trägt man Masken) schafft es daher, sich durch ein zwar höhepunktfreies, aber dennoch gelungenes Zweitwerk zu toben. Denn sie tut es mit einer Überzeugung, die gewiss Geister vertreiben oder in der Schwitzhütte Krankheiten heilen kann.

Jonatan Biskamp

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