Rezension

Ezra Furman

Big Fugitive Life


Highlights: Teddy I'm Ready // Little Piece Of Trash
Genre: Garage // Pop
Sounds Like: Violent Femmes // The Hold Steady // The Wave Pictures

VÖ: 19.08.2016

Bei Ezra Furman kommt es eigentlich gar nicht so auf die veröffentlichte Musik an, sondern mehr auf die Kunstfigur Ezra Furman, die darin transportiert wird. Die ist so schrill wie die Musik, von der fast jedes Jahr neue erscheint. So in diesem Jahr eine EP mit dem Titel „Big Fugitive Life“, das große flüchtige Leben. Spannenderweise fällt diese EP nicht ganz so lärmig aus wie etwa noch das letztjährige Album „Perceptual Motion People“. Natürlich bricht Furman manchmal eben furman-mäßig aus, aber „The Refugee“, der abschließende Song, ist eine eindringliche Akustikballade mit Streichern. Auch der Opener „Teddy I’m Ready“ ist vergleichsweise ruhig.

So schön Furmans Musik auf Platte mitunter anzuhören ist, so ist sie doch nicht vergleichbar mit dem Furman-Erlebnis live, und das wird auch nicht so auf Platte zu bannen sein. Denn die volle Bandbreite der Schrulligkeit des Auftretens kann sich nur auf einer Bühne entfalten, welches das Bühnenerlebnis dem Plattenerlebnis gegenüber immer logischer und feiner erscheinen lässt. Doch interessanterweise funktioniert „Big Fugitive Life“ da schon besser als manch andere Veröffentlichung, vielleicht einfach, weil es nicht ganz so lang ist und dadurch abwechslungsreicher in sich wirkt, und die Songs erlesener sind. Und „Little Piece Of Trash“ ist eine kleine Perle, die die Ausgelassenheit des Liveerlebnisses so gut, wie es eben möglich ist, einfängt. Noch ein Pluspunkt: Auf dem Cover ist ein Dalmatiner.

Daniel Waldhuber

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