Rezension

Emma Ruth Rundle & Thou

May Our Chambers Be Full


Highlights: The Valley // Killing Floor
Genre: Doom // Sludge // Postrock
Sounds Like: Cult Of Luna // Chelsea Wolfe // A.A. Williams // Anna Von Hausswolff

VÖ: 30.10.2020

Emma Ruth Rundle & Thou veröffentlichen ein gemeinsames Album. Eine Meldung, die sofort nach einer spannenden Kollaboration klingt. Thou sind eine der extremeren Sludgebands dieser Zeit, nicht zuletzt wegen des gemeinsamen Abfucks „You, Whom I Always Hated“ mit The Body. Emma Ruth Rundle hingegen, schon auch in der härteren Musikschiene unterwegs – ob solo oder mit den Red Sparowes oder Marriages – steht hingegen für ein gesundes Maß an Schönklang. Wie soll das also zusammen gehen, kann das überhaupt funktionieren?

Die Antwort wussten Fettes Brot schon 1996: Ja, nein, jein. Was sehr gut klappt: Das düstere, instrumentale Doomgewand, welches sich gleich im Opener „Killing Floor“ präsentiert, auf dem Rundles Gesang schwebt, während im Hintergrund nur ein leises Kreischen von Bryan Funck die Szenerie begleitet. Eine Neuerfindung ist der schleppende Sound jetzt in keiner Sekunde, lebt aber ganz gut davon, wie er eben gesanglich in Szene gesetzt wird. Die heftigen Riffs sitzen, Potential für den einen oder anderen verrenkten Nacken ist da, was ja schon die halbe Miete ist.

Was hingegen nicht so funktioniert: Wenn die schöne Stimme und das Biest einmal gleichwertig durch die Gesangsspuren stapfen. Das Gekeife mag für sich genommen seine absolute Berechtigung haben, zieht im Zusammenspiel mit Rundle allerdings nahezu immer den Kürzeren. Sie ergänzen sich nicht, sondern agieren eher gegenläufig, weil es schwierig ist, diese zwei gegensätzlichen Herangehensweisen parallel zu hören.

Die stärksten Momente von „May Our Chambers Be Full” sind dementsprechend auch jene, in denen eine mehr oder minder klare Trennung der beiden stattfindet. Der Closer „The Valley“ etwa gibt den größten Teil seiner neun Minuten Spielzeit an ein atmosphärisches Aufbauen unter Regie von Rundle, ehe für den letzten, großen Ausbruch des Albums noch einmal alles zusammenkommt – hier passt dann auch das Zusammenspiel sehr gut.

Klaus Porst

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"The Valley"

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