Rezension

Dead Cross

Dead Cross


Highlights: Obedience School // The Future Has Been Cancelled // Gag Reflex
Genre: Lärm
Sounds Like: Fantômas // Slayer // The Locust

VÖ: 04.08.2017

Sollten auf einmal vier Reiter am Himmel erscheinen, mit Schwert oder Bogen in der Hand, wüsste man: Okay, wahrscheinlich kein gutes Zeichen. Stelle man sich aber vor, besagte vier Männer wären keine Reiter, sondern Mike Patton und Mitglieder von Bands wie Slayer und The Locust...ändern sich die Erwartungen wahrscheinlich kaum.

Das Ergebnis dieser Kollaboration heißt „Dead Cross“, ihr Album auch, und es klingt ähnlich fatalistisch, wie der Titel vermuten lässt. Nun sind zwar gerade im Jahr 2017 viele Bands wütend, aber die wenigsten haben einen Sänger, dessen Stimme so viele Extreme zwischen Grunzen, Keifen und Wiener Staatsoper abdeckt wie die von Patton: Wer jemals Fantômas und seine Verarbeitung italienischer Schlager nacheinander gehört hat, dem sollte diese Bandbreite bekannt vorkommen.

Und dennoch sind seine Vocals nicht das markanteste Element von Dead Cross, sondern die immer wieder neu kalibrierte Mischung aus Metal, Noise, Grind, Punk, Doom und allem anderen, mit dem man Katzen aus dem Zimmer verscheuchen kann: Sowohl Dave Lombardos Schlagzeugspiel als auch Justin Pearsons Grindpunk-Hintergrund prägen den Sound und verschmelzen mit Mike Pattons Vorliebe für verquere Klangkunst zu einem Album, bei dem man es genießt, 27 Minuten lang von Schallwellen geohrfeigt zu werden.

Jan Martens

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