Rezension

Crystal Fighters

Cave Rave


Highlights: You & I // Separator // No Man // Love Natural
Genre: "Basquetronic"
Sounds Like: Phoenix // Santigold // Kele

VÖ: 24.05.2013

Egal, ob das Prinzip „Basquetronic“ nun so neu war oder nicht – es kam auf jeden Fall gut genug an, um den Crystal Fighters mit ihrem Debüt „Star Of Love“ zu einer ganz vernünftigen Portion Erfolg zu verhelfen: Die Dance-Charts in Großbritannien wurden geentert, diverse Fernsehserien und Werbespots untermalt und noch mehr Festivals beehrt. Mit „Cave Rave“ probieren die Crystal Fighters nun noch einmal, ein eigentlich schon lange bewährtes Produkt unter einem originellen, feschen Namen zu verkaufen.

Dabei kann die britisch-spanische Band schon einmal den ersten Haken neben den gelungenen zweiten Sommerhit setzen, der eigentlich kaum etwas mit dem Suffix „-tronic“ zu tun hat: So wie einst „Plage“ sollte nun „You & I“ ein Anlass für Phoenix sein, aus Neid in die Bärte zu brummeln. Damit eignet es sich deutlich besser zur ersten Single-Auskopplung als das mit einem latent nervigen Refrain versehene „Wave“, welches zudem verdeutlicht, dass die Crystal Fighters wohl kaum jemals den Grammy als beste Texter bekommen werden – auch wenn man das in diesem Genre natürlich ein vollkommen unangebrachter Maßstab ist.

Auch „Bridge Of Bones“ wirkt dann eher, als wäre es bereits mit einem potentiellen Werbevertrag mit Solero oder anderen Fruchteismarken geschrieben worden, da es jeglichen Pep vermissen lässt, den beispielsweise „Love Natural“ trotz aller Mädchen-Indie-Stigmata zweifelsfrei noch aufweist. Dennoch schaffen die Crystal Fighters immerhin mit dem quer durch die Tempi hüpfenden „Separator“ und seinen teils ungewohnt harten Gitarrenriffs den vielleicht „gehaltvollsten“ Song ihrer bisherigen Karriere. Beim Rest handelt es sich eben um neun Musik gewordene Strandparties – er bietet Spaß ohne Nachzudenken, viel mehr als Sand in den Schuhen scheint „Basquetronic“ dann auf Dauer aber auch nicht zurückzulassen.

Jan Martens

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