Rezension

Corridor

Junior


Highlights: Domino // Junior // Agent Double // Milan
Genre: Post-Punk // Surf-Rock
Sounds Like: Women // Omni // Allah-Las

VÖ: 18.10.2019

Wie viele französischsprachige Acts befinden sich auf dem Label Sub Pop? Es ist genau einer, und das erst seit diesem Jahr: Corridor aus Montreal legen mit „Junior“ ihr drittes Album vor und schließen sich der legendären Plattenfirma aus Seattle an.

Das ergibt aus Sicht des Labels durchaus Sinn, denn die Kanadier beherrschen die Klaviatur des modernen Post-Punk, der jüngst eine regelrechte Renaissance erlebte, aus dem Effeff, bringen gleichzeitig jedoch nicht zuletzt aufgrund ihrer französischen Muttersprache genug Charakteristika mit, um nicht nur als Abklatsch vom Abklatsch durchzugehen.

„Junior“ wartet mit unzähligen Hooks, zackigen Gitarrenläufen und ausufernden Jams auf. Vor allem „Domino“ steht hier exemplarisch und bringt alle genannten Eigenschaften auf nur viereinhalb Minuten unter. Temporeich geht es auch in dem energischen „Pow“ oder dem geschrammelten „Topographe“ zu. Dem gegenüber stehen einerseits der nie hektische Gesang Dominic Berthiaumes und Jonathan Roberts, und andererseits Songs mit mehr Zeit, wie das schöne „Agent Double“, der verträumte, glitzernde Synthie-Teppich eines „Grand Cheval“ oder das abschließende „Bang“, eine Verbeugung vor 60er-Surf-Gitarrenrock. „Milan“ hingegen ist eine lupenreine Hymne, die so etwas wie den frankophonen Signature-Sound der Band liefert.

Obwohl sechs von zehn Tracks der Platte an nur einem Wochenende entstanden sind, ist das Album weit entfernt davon, nach einem Schnellschuss zu klingen. Nach eigener Auskunft habe diese Arbeitsweise dazu geführt, die Dinge nicht zu sehr zu überdenken. Das Ergebnis, das Corridor mit „Junior“ abliefern, kann sich hören lassen.

Jonatan Biskamp

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Video zu "Topographe"
Video zu "Domino"

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