Rezension

Christian Kjellvander

The Pitcher


Highlights: The Mariner // The Crow // The Valley
Genre: Singer-Songwriter
Sounds Like: Kristofer Åström // Leonard Cohen // Anna Ternheim

VÖ: 01.11.2013

Beseelt, das sind die Alben von Christian Kjellvander. In jeder Sekunde ist seine Musik so zerbrechlich, so intim, wie Musik nur sein kann. Meist auf das Nötigste beschränkt – eine Gitarre und seine ausdrucksstarke Stimme – nimmt sich der Schwede alle Zeit der Welt, um seine Geschichten zu erzählen. Es sind kleine Geschichten großer Gefühle. Oder umgekehrt? Einer Kjellvander-Platte zu lauschen, ist, wie einem schlafenden Menschen beim Atmen zuzuhören.

Doch irgendwie ist das Album "The Pitcher" ein kleines bisschen anders. Das Gefühl der spröden Schönheit, der heimeligen Melancholie, das der Vorgänger "The Rough And Rynge" noch ungefiltert hervorrief, ist einem anderen Gefühl gewichen. "The Pitcher" ist noch immer extrem zart, gleichzeitig aber cineastischer, eleganter. Kjellvander und die Musiker, die er sich an seine Seite geholt hat – einige von ihnen aus dem Göteborger Symphonieorchester –, binden Instrumente ein, die dieser Tage selten geworden sind, geben der Musik noch mehr Raum, mehr Konturen. Ein guter Schritt.

Das Album wurde in einer schwedischen Dorfkirche eingespielt. Wo sonst, möchte man denken? Kjellvander erzählt doch immerzu Geschichten von der Natur, vom Ursprünglichen, verpackt in Kleinoden, die Titel tragen wie "The Woods", "The Valley" und "The Island". Das ist das Tolle an "The Pitcher": Jeder Song hat sein eigenes kleines Highlight. Mal eine weibliche Duettstimme, mal eine Trompete, mal ein orientalisches Instrument. Und trotz der Individualität, der divergenten Charakterzüge fügen sich die Songs in der Summe ganz harmonisch aneinander – wie zwei schlafende Menschen. Stark!

Mischa Karth

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Album-Teaser
Video zu "The Woods"

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