Rezension

Blackfield

IV


Highlights: Pills
Genre: Poprock
Sounds Like: Porcupine Tree // Aviv Geffen

VÖ: 30.08.2013

Knapp zehn Jahre lang bilden der Porcupine-Tree-Frontmann Steven Wilson und der Sänger Aviv Geffen nun schon ein loses Paar, welches sich ab und an trifft, um gemeinsam Songs zu schreiben. Was 2004 mit dem grandiosen selbstbetitelten Werk begann, mündet nun 2013 in „IV“. Neu ist, dass von der ehemaligen Aufteilung nicht mehr viel übrig ist: verantwortlich ist nun Geffen allein, Wilson agiert aus Zeitmangel nur noch als Gast unter vielen.

Scheinbar hat sich allerdings mit Wilson auch der kreative Kopf der beiden herausgehalten – „IV“ kommt über größtenteils belanglose Balladennummern wie "The Only Fool Is Me" und ein, zwei mittelmäßige Stücke nicht hinaus. Der Ideenpool, aus dem die Band ihre ersten Alben schuf, scheint ausgeschöpft, da hilft auch die Unterstützung von Vincent Cavanagh (Anathema), Brett Anderson von Suede und Jonathan Donahue von Mercury Rev nichts.

Was dem Album fehlt, ist einfach die spannungsgeladene, dunkle Atmophäre, die vor allem aus dem Zusammenspiel der beiden Sänger rührte. Im Opener „Pills“ deutet das Duo dieses nochmal an, doch bereits kurz später ist Schluss. Im Versuch, eingängig zu wirken, verliert sich Geffen in der Beliebigkeit. Dass ein Großteil der Songs noch nicht mal die Drei-Minuten-Grenze erreicht, trägt sein Übriges dazu bei, dass sich keine Stimmung einstellen mag. Es mag ratsam sein, das Projekt an dieser Stelle entweder zu begraben oder eben erst wieder dann gemeinsam ein Album zu schaffen, wenn alle Beteiligten genug Zeit und Ideen für Aufnahmen haben. Ein halbgares „IV“ jedoch braucht kein „V“.

Klaus Porst

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