Rezension

Bdrmm

Bedroom


Highlights: Gush // Happy // If....
Genre: Shoegaze
Sounds Like: Just Mustard // Slowdive // DIIV

VÖ: 03.07.2020

Wer aus Ilgen Nurs letztjährigem Power Nap gerade erst erwacht ist, wird sich aktuell ungläubig die Augen reiben und die Decke über den Kopf ziehen wollen. Zum Glück gibt es 2020 jedoch Bdrmm samt ihres wahnsinnig guten Debüts, das uns eine fantastische musikalische „stay-at-home“-Kulisse bietet. Denn die fünf Briten starten mit „Bedroom“ den ziemlich überzeugenden Versuch, die verrückte Welt draußen in den eigenen vier Wänden ein wenig in Vergessenheit geraten zu lassen. In knapp 42 Minuten laden uns Mastermind Ryan Smith (Gesang, Gitarre) und seine Bandkollegen in eine düster verträumte Welt des jungen Erwachsen-Seins ein.

Seine Ursprünge hat Bdrmm als Schlafzimmer-Solo-Projekt von Ryan Smith, der zwar deutlich aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, aber dennoch mit Wachstumsschmerzen anderer Art zu tun hatte. Immer wieder hat er Gedanken und Gefühle, die ihn in den Anfängen seiner Zwanziger begleitet haben, buchstäblich aus sich heraus geschrieben und in Songtexte verpackt – als eine Art der Therapie und eine Form von Eskapismus. Daraus resultiert nun, mittlerweile als Gemeinschaftsprojekt einer fünf Personen starken Band, ein Album über die Herausforderungen, die das junge Erwachsenenleben mit sich bringen kann. So geht es in „Happy“ z.B. um psychische Belastungen und das Durch- und Überstehen von Beziehungskrisen: „The years we lost // Have proved that the cost // Of loss // Can be worthy // Because I´m happy // If you’re happy“.

Insgesamt kommen alle Songs allerdings mit vergleichsweise wenig Text aus. Dafür gibt es klanglich viel zu erleben. Denn Bdrmm klingen wie eine frische Ausformung des sich langsam wieder entstaubenden Shoegaze: Dichte melodische Gitarrenwände hängen sich schützend um eine:n und der omnipräsente Hall im Gesang lässt alles wie in sanfter Watte verpackt erscheinen – jedoch abgerundet mit einer behutsam eingestreuten neuen Leichtigkeit. Die Songs von „Bedroom“ kriechen so langsam in unsere Schlafzimmer herein und lassen uns wohl so schnell auch nicht wieder los.

Nicole Dannheisig

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