Rezension

An Horse

Rearrange Beds


Highlights: Little Lungs // Shoes Watch // Listen
Genre: Indie // Indie-Rock
Sounds Like: Tegan And Sara

VÖ: 19.03.2010

Wie um alles in der Welt kommt man auf den Bandnamen „An Horse“? – „Einen Pferd“? Laut Promotext hat das Ganze mit dem Aufdrucks eines Pullovers zu tun. Aha. Genauso wenig spannend wie diese Erklärung ist auch der gesamte Sound des australischen Duos. Was das Debüt-Album „Rearrange Beds“ bietet, lässt sich schlicht als Styropor-Rock bezeichnen: Tut nicht weh und bleibt nicht hängen. Bereits ein Blick auf die Tracklist lässt verklärten Indie erahnen: „Little Little Little“, „Scared As Fuck“, „Company“ und so weiter und so fort. 

Gut, es gibt natürlich auch hörenswerten Indie. Aber in der Regel lebt der davon, dass er mit guten Melodien aufwartet oder aber tanzbar ist. Auf „An Horse“ trifft keines der beiden Merkmale zu. Die Melodien besitzen erstaunlich wenig Wiedererkennungswert – von kleinen Ausreißern nach oben („Company“, „Little Lungs“) abgesehen – und Schlagzeug und Gitarre schleppen sich von Track zu Track. Tanzflächenkompatibel? Fehlanzeige, viel zu langsam. Um den sehr mäßigen Gesamteindruck zu vervollständigen, weisen die Lyrics ewige Wiederholungen auf und präsentieren sich sehr simpel gestrickt. Beispiel gefällig? „Oh my god you're a handful / And oh my god these hands are so small / Oh my god I'm a handful / And oh my god your hands got so full of me / Oh so completely“

Trotzdem mag man dieses Album nicht komplett zerreißen. Zum einen strahlt die Musik etwas Sympathisch-Authentisches aus. Man merkt, dass hinter „An Horse“ zwei Menschen stehen, die zu ihrem Projekt stehen und sich bemühen. Sehr stark spiegelt sich dies im Gesang wieder. Kate Coopers Stimme steht im Vordergrund und wird häufig durch die von Damon Cox ergänzt. So ergibt sich an vielen Stellen ein heimeliger Duett-Charakter. Zum anderen weisen einige Tracks Qualitäten auf, die Potential andeuten. „Little Lungs“ beispielsweise hebt sich mit fortlaufender Dauer fast unmerklich aus dem Meer der Unaufgeregtheit ab. Aus einem unscheinbaren Song wird ein respektabler Track mit treibender Gitarre und geschickt asynchronem Gesang. Nach ähnlichem Muster wird auch „Shoes Watch“ erst gegen Ende interessant. Diese Momente, in denen man bewusst hinhören darf, weil es etwas zu hören gibt, sind aber leider zu rar gesät.

Mischa Karth

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.