Rezension

Allah-Las

Lahs


Highlights: Polor Onion // On Our Way // Pleasure
Genre: Surf // Psychedelic
Sounds Like: The Yardbirds // The Mystic Braves

VÖ: 11.10.2019

Wer sich bei diesem herbstlichen Schmuddelwetter noch ein bisschen Sommergefühl zurückholen möchte, kann dies mit dem neuen Album von Allah-Las tun. Mittlerweile hat sich die Band als Revival – böse Stimmen nennen es auch Plagiat – der 1960er-Jahre einen Namen gemacht. Hier scheiden sich die Geister, ob das langweiliges Wiederholen von Altbekanntem ist oder doch genügend Lässigkeit für eine Spritztour ans Meer hergibt. Wirklich viel Neues und Überraschendes bietet das Album nicht und knüpft damit an die Vorgänger an.

Es plänkelt so vor sich hin wie der Regen vor der Fensterscheibe und doch spendet die Musik mehr Wärme. Die entspannten Gitarren und groovigen Beats, aber auch der charakteristische Gesang bieten einen herrlichen Wohlfühlcharakter. Meistens stehen lässige Riffs und Snares im Vordergrund, zeitweise gibt es Untermalung von Streichern („In The Air“) und einer Orgel („Holding Patterns“), einzelne Songs sind wie Interlude ohne Gesang („Roco Ono“, „Houston“), mal wird auf Portugiesisch gesungen („Prazer Em Te Conhecer“) und doch fehlt eine nennenswerte Abwechslung.

Insgesamt sind und bleiben Allah-Las sicherlich keine Band für neue Hörerfahrungen oder tanzbare Hits, doch für gemütliches In-die-Ferne-Träumen machen sie den Regentag sonniger. In Erinnerung bleiben wird das Album eher weniger, aber man kann ja auch ruhig einfach mal den Moment genießen.

Lina Niebling

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